Studientage zur Vorbereitung auf den Weltgebetstag 2011 in der Martinskirche

Teilen macht reich

Den Gottesdienst lebendig gestalten. Dazu gehören auch viele Lieder, die gemeinsam eingeübt werden. Foto: Schmidl

Bad Hersfeld. Chile ist ein Land der Kontraste. Es ist ganze 4300 Kilometer lang und erstreckt sich von der Atacama-Wüste im Norden über die grünen Täler, Urwälder und Seenregionen in der Mitte bis zur eisigen Antarktis im Süden. Heute leben in diesem „spannenlangen Land“, wie die Schriftstellerin Isabel Allende ihre Heimat nennt, knapp 17 Millionen Menschen. Zu den Einwohnern gehören die spanischen, deutschen, englischen und französischen Nachkommen der Einwanderer ebenso wie die indigenen Völker.

Beeindruckende Reise

Renate Heuck, die das Land im vergangenen Jahr drei Wochen lang bereiste, berichtete eindrucksvoll von ihren persönlichen Erlebnissen, unglaublicher Natur, der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Salpeterwerken und Kupferminen, von der ungleichen Verteilung der Güter, der wachsenden materiellen Gier und besonders über die Lebenssituation der Frauen, die von verschiedenen Frauenprojekten profitieren.

Ein Tag, der vereint

Das Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck veranstaltete zwei gut besuchte Studientage in der Martinskirche zur Vorbereitung auf den Weltgebetstag 2011 (WGT), der die christlichen Frauen über alle konfessionellen und nationalen Grenzen hinweg vereint. Weltgebetstagsvorbereitung ist ökumenische Beziehungspflege im allerbesten Sinn.

Spürbar bereichert

Die erfahrenen WGT-Frauen fühlten sich dadurch spürbar bereichert und ließen sich für die diesjährige Gottesdienstgestaltung gern von den Pfarrerinnen Doris Weyland und Janina Richter inspirieren. Die schönen und gefühlvollen Lieder studierte Irene Lochner aus Rotenburg mit den Teilnehmerinnen ein. „Wenn die Armen, was sie haben, noch verteilen…“, beschreibt in einem der Lieder die Lebenswirklichkeit in Chile, wo selbst in den ärmsten Häusern das Brot als Zeichen der Gastfreundschaft geteilt wird.

Nach dem schweren Erdbeben und der sich anschließenden Flutwelle am 27. Februar 2010 mussten die Menschen die Frage „Wie viele Brote habt ihr?“ unerwartet sich selbst stellen. Die Schreiberinnen der Gottesdienstordnung verbinden ihre eigenen geschichtlichen Erfahrungen mit der heutigen Situation in der Welt, in der es kaum noch um „Danken und solidarisches Teilen“ geht, sondern um „Haben und Für-sich-Behalten“. Sie ermutigen zu einer anderen Haltung. Dazu gehört auch „fairer Handel“ und so war auch in diesem Jahr der „Eine-Welt-Laden“ mit einer reichen Auswahl landestypischer Produkte vor Ort.

Von Gudrun Schmidl

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