250 Dinge, die wir in der Region mögen, Teil 12: Der Nöll bei Oberaula

Der Teich im Basaltkrater

Relikt des Basaltabbaus: Im ehemaligen Steinbruch am Nöll ist ein Teich entstanden. Im Hintergrund liegt Oberaula, umringt von Bergen. Fotos: Gerhard Herget

Oberaula. Früher lieferte der Nöll den Baustoff für Verkehrsprojekte, heute holt sich die Natur zurück, was ihr gehört. Den stillgelegten Steinbruch am Nöll mag ich sehr. Von dort blickt man nach Oberaula, das in einem Talkessel umringt von Bergen liegt.

Der Nöll, nördlich von Oberaula gelegen, ist ein relativ kleiner Berg vulkanischen Ursprungs.

Bis 1916/1917 stand auf dem 507 Meter hohen Berggipfel ein von Hugo Borgmann, dem Gründer des Knüllgebirgsvereins, errichteter hölzerner Aussichtsturm. 1878 wurden im Nöll bereits zerschlagene Basaltsteine für Brücken- und Wegebau abgetragen. 1905 eröffnete der Steinbruch. Bereits vor dem ersten Weltkrieg war die Zahl der Mitarbeiter von 16 auf bis zu 200 gestiegen.

Aktualisiert am 23.01.2012 um 11:45 Uhr.

Oberaula erlebte durch den Steinbruch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Um 1930 wurden jährlich bereits etwa 120 000 Tonnen Straßenbaumaterial produziert. Von 2000 bis 2003 sind die Arbeiten im Steinbruch Nöll eingestellt und die Anlagen abgebaut worden.

Nun gehört der Nöll wieder ganz der Natur. Im tiefer liegenden Teil hat sich ein Teich gebildet. Eine Wanderung mit Rast am Nöllteich ist Erholung pur. Von der südlichen Steinbruchseite, der ehemaligen Abraumhalde, bietet sich ein toller Rundblick nach Oberaula und Umgebung. Leider werden die Bäume höher und nehmen die schöne Aussicht. Deshalb würde es sich anbieten, an dieser Stelle wieder einen Aussichtsturm zu bauen.

Außerdem ist es schade, dass die alten Werksschranken an den Zufahrten zum Nöll immer geschlossen sind. Ein Familienausflug mit Kinderwagen in den Nöll ist deshalb schwierig. Außerdem sind Wege, die in den Wald um den ehemaligen Basaltabbau führen, mit Baumabfällen versperrt wurden. 

Nöll ist ein Betriebsgelände

Der stillgelegte Steinbruch am Nöll ist ein Betriebsgelände. Darauf weist Oberaulas Bürgermeister Klaus Wagner hin. In der ersten Fassung des Beitrages  war der Eindruck erweckt worden, dass der Nöll sei ein frei zugängliches Ausflugsziel sei. Tatsächlich ist das Betreten aus Sicherheitsgründen an vielen Stellen ganz  verboten oder geschieht auf eigene Gefahr. (jce)

 (red/jce)

Von Gerhard Herget

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