73-Jährige will nach Schockanruf all ihr Geld von der Bank abheben – Zeuge ruft die Polizei

Taxifahrer verhindert Geldübergabe

Bad Hersfeld. Eine 73-jährige Russlanddeutsche wäre am Donnerstagnachmittag beinahe Opfer der sogenannten Schockanrufer geworden. Das teilt die Polizei in Bad Hersfeld mit. Gegen 15.30 Uhr hatte bei der Frau, die selbst nur sehr schlecht deutsch spricht, ein Mann mit weinerlicher Stimme in russischer Sprache angerufen und sich als ihr Sohn ausgegeben. Kurz danach rief ein ebenfalls russisch sprechender Mann an, der sich als Rechtsanwalt ausgab. Er behauptete, der Sohn der Frau habe in Bad Hersfeld ein moldawisches Kind mit dem Auto angefahren. Um eine Strafverfolgung zu umgehen, sollte die Rentnerin umgehend von ihrer Bank all ihr Geld abheben und dann zuhause auf einen weiteren Anruf warten.

Die Frau glaubte die Geschichte und wollte sich auf den Weg zur Bank machen. Da sie nur sehr schlecht laufen kann, rief sie ein Taxi. Im Telefongespräch mit dem ebenfalls russisch sprechenden Taxifahrer erzählte sie ihm von dem Anruf und ihrem Vorhaben.

Auslandsvorwahl Litauen

Der Taxifahrer reagierte sofort und rief die Polizei an. Das Betrugsdezernat übernahm den Fall. Zwei Beamte fuhren umgehend zu der Frau und stellten fest, dass der Schockanruf, wie in den meisten Fällen, mit der Auslandsvorwahl für Litauen geführt worden war. Die Geldübergabe konnte so verhindert werden.

Ähnliche Schockanrufe gibt es seit Anfang des Jahres immer wieder in der Region. Betroffen sind in der Regel Deutsche aus Russland, die von russisch sprechenden Anrufern über einen vermeintlichen Unfall eines Familienmitglieds informiert und um größere Geldsummen gebeten werden.

Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon 06621/9320 oder im Internet unter www.polizei.hessen.de - Onlinewache. (zac)

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