Patientenfahrten sichern Unternehmen das Einkommen

Taxi: Städte regeln Fahrpreis und Angebot

Bad Hersfeld / Bebra. Die Anordnung war ungewöhnlich, aber rechtlich abgesichert: Während des Lullusfestes stellte das Bad Hersfelder Ordnungsamt einen verbindlichen Dienstplan für die örtlichen Taxiunternehmen auf, um die Beförderung der Festbesucher auch zu ungünstigen Zeiten sicherzustellen.

„Tatsächlich wurde nur eine einzige Beschwerde an uns herangetragen von einem Fahrgast, der morgens um 4.30 Uhr etwas länger warten musste“, berichtet Amtsleiter Werner Steidel.

Denn das Taxi-Gewerbe in den Städten des Landkreises ist durchaus dem Bedarf und den wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprechend aufgestellt – jedenfalls nach Ansicht der kommunalen Aufsichtsbehörden.

Lediglich in der Kreisstadt Bad Hersfeld sind zur Zeit zwei Taxi-Konzessionen ausgeschrieben, weil hier ein langjährig tätiges Unternehmen in die Insolvenz ging. Mit einer Vergabe zu Beginn des neuen Jahres wird aber gerechnet, obwohl die Resonanz auf die Ausschreibung bisher bescheiden war.

Kaum eine Dienstleistungssparte ist noch derart amtlich reguliert wie der Taxi-Markt. Die Städte vergeben nicht nur die Konzessionen nach strengen Regeln, sondern legen auch die Fahrpreise per Verordnung fest – in Bad Hersfeld setzt er sich aktuell zusammen aus einem Grundpreis von 2,30 Euro und 1,40 pro Kilometer, in Bebra sind es 2 Euro plus 1,35 pro Kilometer. „Wenn wir mehr nehmen würden, hätten die Unternehmer nichts davon, weil niemand mehr mitfahren würde“, sagt Kurt Brall, zuständiger Sachbearbeiter beim Ordnungsamt Bebra.

Heimische Taxiunternehmer berichten, dass ihnen vor allem die regelmäßigen Fahrten älterer Stammkunden zu Arztpraxen und medizinischen Anwendungen das Einkommen sicherten.

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Von Peter Lenz

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