Psychosomatik: Klinikum und HKZ machen sich Konkurrenz

Tauziehen um neue Akut-Betten

Hersfeld-Rotenburg. Die Versorgung akut psychosomatisch Erkrankter im Kreis soll verbessert werden: Das Klinikum Bad Hersfeld hat ebenso wie das Herz- und Kreislaufzentrum die Genehmigung von Betten beim Land beantragt. Statt zusammenzuarbeiten, stehen beide jedoch offenbar in Konkurrenz. Das kritisiert der Rotenburger Bürgermeister und SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Manfred Fehr, der in den Aufsichtsräten von HKZ und Klinikum sitzt.

20 Betten hat das Klinikum beantragt, erklärte Prokurist Heino Stange auf Anfrage, auch das HKZ in Rotenburg hat Betten beantragt, bestätigte Geschäftsführer Guido Wernert.

Stange erläuterte, es gebe einen gemeinsamen Antrag des Klinikums mit der Vogelsbergklinik, einer Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik. Die Versorgungssituation sowohl im Kreis Hersfeld-Rotenburg wie auch im Vogelsbergkreis müsse verbessert werden. Bislang ist die Vogelsbergklinik eine reine Reha-Einrichtung ohne Akut-Betten. Stange erklärte, das Land entscheide über die Genehmigung.

Es habe seitens des HKZ Angebote zur Absprache mit dem Klinikum gegeben, um sich gegenseitig im Genehmigungsverfahren zu stärken und ein neues Angebot an beiden Standorten zu schaffen, sagte Manfred Fehr. Eine Zusammenarbeit sichere Arbeitsplätze. Kontraproduktiv sei jedoch die angedachte Kooperation des Klinikums mit der Vogelsbergklinik in Grebenhain. Heino Stange meinte dazu, man habe sich lediglich abgestimmt, einen Vertrag gebe es nicht. Auch eine Zusammenarbeit mit dem HKZ schließe man nicht aus. Darüber werde noch einmal diskutiert.

Manfred Fehr appelliert unterdessen an Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, sich zu dem Bündnis der Kliniken im Kreis und somit einem psychosomatischen Akut-Angebot an Klinikum und HKZ zu bekennen, um die Gesundheitsregion Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu stärken. ZUM TAGE

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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