Vor allem Betrüger im Netz aktiv – Medien-Experte klärt auf

Tatort Internet: Polizei verstärkt die Prävention

Jürgen Stiebing

Hersfeld-Rotenburg. Die Polizei im Kreis Hersfeld-Rotenburg verstärkt ihre Präventionsarbeit, um speziell Kinder und Jugendliche besser vor den Gefahren des Internets zu schützen. Zwar bleibt die Zahl der so genannten 05er-Delikte der Internet-Kriminalität in unserem Kreis seit Jahren in etwa gleich. Dennoch gehen die Ermittler von einer „hohen Dunkelziffer“ insbesondere im Bereich der Sexualdelikte aus, erklärt Kriminaloberrat Dieter Willhardt von der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg.

Insgesamt werden zehn Prozent der bekannt gewordenen Sexualstraftaten über das Internet begangen. Willhardt warnt in diesem Zusammenhang vor dem „Cyber-Grooming“, bei dem Erwachsene im Internet Kontakt zu Kindern aufnehmen (siehe Hintergrund). Auch der mutmaßliche Mörder der beiden Teenager in Bodenfelde hatte im Internet Kontakt gesucht.

Mit Kriminaloberkommissar Jürgen Stiebing verfügt die Polizei im Kreis jetzt über einen speziell ausgebildeten Medien-Coach, der Seminare und Beratungen für junge Leute anbietet.

Im Jahr 2009 verzeichnete die Polizei im Kreis Hersfeld-Rotenburg knapp 500 Delikte im Bereich der Internet-Kriminalität, das macht etwa sieben Prozent aller registrierten Straftaten aus. Über 400 davon waren Betrugsdelikte. „Rund ein Drittel aller Betrügereien werden inzwischen über das Internet begangen“, erklärt Dieter Willhardt.

Die Aufklärungsquote im Bereich der Internet-Kriminalität liegt zwischen 75 und 85 Prozent. Hier bewähre sich das seit Anfang des Jahres 2008 bestehende zentrale Internet-Kommissariat ZK 50, das in Fulda ansässig ist. Dort werden die Polizisten von Computerexperten bei der digitalen Spurensuche unterstützt.

Zum Tage, Hintergrund

Von Kai A. Struthoff

Kommentare