Die Ausstellung „Klangbilder“ zeigt Werke von Madeleine Gorges

Tanzende Bohrmaschinen

Die Künstlerin Madeleine Gorges vor einem ihrer Werke, die in der Ausstellung „Klangbilder“ im Dachgeschoss des Museums der Stadt Bad Hersfeld zu sehen sind. Foto: Poppe

bad hersfeld. Verknotete Saiten, glänzende Reglerknöpfe und ein großes dunkles Schallloch - Man muss genau hinsehen, um zu erkennen, dass es sich bei den Bildern um Nahaufnahmen von elektrischen Gitarren handelt. Doch nicht nur die Fotografien, die in der Ausstellung von Madeleine Gorges im Stadtmuseum Bad Hersfeld zu sehen sind, sondern auch die Grafiken, zeigen die Lust am Experiment. So lässt die junge Künstlerin für ihre Werke mitunter Bohrmaschinen frei über die zu gestaltenden Flächen laufen. Oder sie setzt die verschiedenen Bohrköpfe einer eigentlich für Holz bestimmten Gravurmaschine ein, um eine Zinkplatte zu bearbeiten.

Gorges, die in Bad Hersfeld geboren wurde, begann schon als kleines Mädchen unter Anleitung ihres Großvaters mit dem Zeichnen und Malen. Der Titel ihrer Ausstellung „Klangbilder“ nimmt vorweg, was ihre Kunst beeinflusst: Die Musik. Mit zehn Jahren nahm Gorges zunächst Unterricht am Klavier und lernte später als Jugendliche Gitarre zu spielen. In der Beschäftigung mit dem Klang findet die junge Künstlerin eine wichtige Inspiration für ihre Linolschnitte, Radierungen und Zeichnungen, die Titel tragen wie „Kannst Du es hören?“ oder „Schallwellen“.

„Diese Ausstellung ist mir sehr wichtig“, sagt Gorges, die mittlerweile in Braunschweig Kunst studiert. Zum einen, weil sie damit „ihrer Heimatstadt etwas zurückgibt“ wie die Kunstlehrerin und Leiterin der Konrad-Duden-Schule Susanne Hofmann die Arbeiten in einem Einführungsvortrag während der Vernissage am vergangenen Sonntag würdigte. Zum anderen, weil es sich bei den nun gezeigten Werken der vergangenen vier Jahre um die erste Einzelschau von Gorges handelt. Bestimmt werden dieser weitere folgen. Denn auch wenn die Studentin, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen wird, gerne am Theater arbeiten will, ist sie sich sicher: „Ich werde immer Kunst machen.“

Öffnungszeiten: Die Ausstellung wird bis zum 30. Mai gezeigt. Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Sonntag 10-12 und 15-17 Uhr.

Von Stefanie Poppe

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