Jedes Jahr beginnt die Suche nach dem richtigen Baum aufs Neue

Oh, Tannen-Traum...

Fleißige Schnäppchenjäger: Beim Baumfällen in Wippershain sicherten sich auch im vergangenen Jahr viele ihren perfekten Weihnachtsbaum zum bezahlbaren Preis. Bild:(Hessen-Forst Fotoarchiv:nh)

Bad Hersfeld. Die Zeit läuft: Die Hatz nach dem richtigen Weihnachtsbaum hat begonnen. Nach wie vor am beliebtesten im Raum Bad Hersfeld ist die Nordmanntanne. Dieser Baum hält lange, die Nadeln sind weich und stechen daher nicht. Doch auch die Blau- und Rotfichten sind keine Ladenhüter. Immerhin ist die Rotfichte der traditionelle Weihnachtsbaum, wie Landschaftsgärtner Benjamin Drews weiß.

Doch wer seinen Baum beim Händler kauft, zahlt oft mehr. Im Durchschnitt 19 Euro pro Meter kostet der Baum von der Stange. Das Forstamt Bad Hersfeld bietet am kommenden Wochenende einen Termin an, bei dem jeder seinen Baum selbst schlagen kann. Hier zahlt man acht Euro pro Meter Fichte, kleine Tännchen sind etwas teurer, sagt Kersten Thomas Eidam vom Hessen-Forstamt Bad Hersfeld. Eine Säge muss sich jeder selbst mitbringen.

Der Weihnachtsbaumverkauf hat bereits seit Ende November begonnen, doch so richtig los geht es aller Erfahrung nach erst in der Woche vor Heilig Abend. „Die meisten Leute kaufen entweder sehr früh oder sehr knapp“. sagt Baumverkäufer Drews. Zwar kommt bei Regen nicht die rechte Weihnachtsstimmung auf, doch hält das nasskalte Wetter viele davon ab, ihren Baum im Wald selbst zu schlagen. Den Baumverkäufern allerdings sind der Mangel an Schnee und das verhältnismäßig warme Wetter nur recht, immerhin stehen sie viele Stunden täglich draußen und helfen den Kunden auf der Suche nach dem perfekten Baum. Am gefragtesten sind große, buschige Bäume, die unten sehr breit auslaufen zwischen 1,7 und zwei Metern. Diese werden besonders oft von Familien mit Kindern gekauft.

Susanne Houston, 55, aus Bad Hersfeld möchte ihren Baum hingegen lieber „klein, dick und buschig.“ So passe er besser in ihr kleines Wohnzimmer. „Auf jeden Fall muss er ganz viele Zweige haben, so dass man kaum durchgucken kann“, sagt sie. „Bis zum Heiligabend sind die alle weg“, sagt Werner Zuschlag, der im Innenhof des „Kleinen Verstecks“ am Marktplatz in Bad Hersfeld Batterien von eingenetzten Bäumen stehen hat, Nordmanntannen, blaue und grüne Edeltannen und Fichten, aber keine Kiefern. Die hat er dieses Jahr nicht geordert, weil es ihnen angeblich zu trocken war. Dafür stehen für Wiederverwerter kleine Bäume mit Wurzelballen parat. Zu 99 Prozent hat er die im Hochsauerland geordert.

Preise sind verhandelbar

„Die Preise sind nicht so stabil, wie das verkündet wurde“, ärgert sich Zuschlag. Obwohl die Ware im Einkauf teurer als 2010 war, verspricht Zuschlag die gewohnten Preise. Die Fichte mit einer Höhe von 1,80 bis 2,20 Meter ist bei ihm ab 19 Euro zu haben. Eine Nordmanntanne kostet bei ihm zwischen 30 und 35 Euro. Zwischen Wuchs und Käuferwünschen gibt es Verhandlungsspielraum.

Wer seinen Baum selbst schlagen möchte, kann das am Samstag, 17. Dezember, von 10 bis 14 Uhr in Wippershain an der K17 zwischen Wüstfeld und Wippershain tun. Außerdem gibt es Glühwein, heißen O-Saft und Bockwürstchen.

Von Irene Radick

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