Ein Tanker, ein Rad und ein Gegenkandidat

Karl

Ob das Aus für die Mehrheitsfraktion in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung eine gute oder schlechte Nachricht ist, das muss sich nicht nur aus Sicht der im Parlament vertretenen Parteien und Gruppierungen erst noch erweisen. Sicherlich ist es so, dass dem Bündnis von SPD und FWG die ursprüngliche Intention, der Arbeit des von ihnen unterstützten Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer ein parlamentarisches Fundament zu verschaffen, abhanden gekommen ist. Eine Zusammenarbeit mit Boehmers Nachfolger Thomas Fehling findet im Grunde nicht statt, sodass die nach der letzten Wahl um die Grünen angereicherte neue Mehrheitsfraktion nur noch der Tanker war, der sich ohne links und rechts zu schauen seinen Weg durch die Beschlussvorlagen bahnte. Dass dies mit den Vorstellungen der übrigen Fraktionen und mehr noch mit den Sichtweisen des Bürgermeisters nicht wirklich kompatibel war, das hat die Stadtpolitik der vergangenen Wochen und Monate mehr als deutlich gezeigt. Nun werden die Karten zwar irgendwie neu gemischt. Doch weil die handelnden Personen dieselben sind wie vorher, ist mit atmosphärischen Veränderungen nicht unbedingt zu rechnen. Nur dass alles jetzt noch ein bisschen schwieriger wird als vorher, das steht wohl fest.

Wann die Breitenbacher über die Zukunft ihres Rathauschefs entscheiden, steht noch nicht fest. Der Termin für die Bürgermeisterwahl wird in der Gemeindevertretersitzung am kommenden Donnerstag festgelegt. Dass Amtsinhaber Volker Jaritz zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit antreten wird, gilt als sicher. Der Amtsinhaber wird aber nicht der einzige Bewerber bleiben. Aus der Deckung hat sich zwar noch niemand gewagt, ein Bürger der Herzberggemeinde bringt sich aber bereits als Gegenkandidat in Stellung.

Ganz betrübt war in der vergangenen Woche unser Redaktionsleiter Kai Struthoff. Bei dem Einbruch in das Fahrradgeschäft von Angelika Riebold sind nämlich nicht nur über 20 neue Fahrräder im Wert von 20 000 Euro, sondern auch das Corratec-Mountain-Bike von der HZ-Jubiläumstour gestohlen worden. Das Rad stand noch original-schlammbespritzt im Laden und zog viele Kunden an. Der ideelle Wert dieses treuen Weggefährten ist für Struthoff hoch. Kein Wunder, dass er traurig ist.

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