„Symphonic Knights“ der Obersberg-Schulen boten Zuschauern tolles Konzerterlebnis

Talente im Rampenlicht

Die Solisten, Gregor Schwarze (Gesang) und Alexandra Mende (Klavier), mussten nochmals nach vorne kommen, weil der Applaus nicht enden wollte. Links Tatjana Beyer.

Bad Hersfeld. Ein Violin-Schlüssel steckt als Feder auf dem Ritterhelm. Mit diesem auf ihre roten T-Shirts aufgedrucktem Emblem präsentierte sich das Orchester der Modell- und Gesamtschule Obersberg passend zu seinem Namen „Symphonic Knights“ beim großen Abschlusskonzert im Audimax.

„Joy“ lautete dessen Titel, der gewählt wurde, „weil man die Freude, die wir am Proben und Musizieren hatten, gerne weitergeben möchten“, erklärte Orchesterleiterin Tatjana Beyer. Sie hatte mit ihren 26 Orchestermitgliedern und etwa 20 Kindern der Streicherklassen ein an Umfang und Vielfalt grandioses Programm einstudiert. Viel Probenarbeit sei dazu nötig gewesen, sagte sie und der junge Moderator Carl Wittich verriet, dass auch Beyers Eltern dabei sehr hilfreich gewesen waren, indem sie für die Verpflegung gesorgt hätten.

An diesem Abend präsentierten sich viele musikalische Talente selbstsicher im Rampenlicht. Die Streicher aus den fünften und sechsten Klassen der GSO begrüßten mit dem „Märchenwalzer“. Eine Überraschung, die nicht im Programm stand und die bereits im ersten Teil die Zuschauer donnernden Applaus spenden ließ, war der Auftritt von Jannik Pankraz, der, von Wolfram Waldeck am Klavier begleitet, die „Polonaise“ von Ludwig Mendelssohn auf der Violine spielte.

Auch etwas fürs Auge wurde geboten, als Schostakowitschs „Walzer Nr. 2“ erklang und Lavinia Sondergeld ihre Violine beiseite gelegt und Ballettschuhe angezogen hatte, um zu tanzen. Humorvoll moderierte Carl Wittich die Stücke an: „Bei der Uraufführung von Dvoraks "Aus der Neuen Welt" wollten die Zuschauer nicht aufhören zu klatschen. Das wollen wir heute auch erreichen. Aber bitte nur zehn Minuten lang, denn wir wollen auch fertig werden.“ Das Publikum hielt sich daran.

Begeisterte Pfiffe

Tatjana Beyer strahlte und bedankte sich mit Handkuss bei ihren Musikern. Diese beherrschten verschiedene Spieltechniken. Sie spielten mal laut und mal leise, bauten mit „Skyfall“ tempogerecht Spannung auf und begeisterten mit unterschiedlichen Rhythmen. Beim flotten Quickstep „Cantina Band“ aus „Star Wars“ und beim Swing in „Hit the road Jack“ wippte man automatisch mit den Füßen. Begeisterte Pfiffe erntete Beyer für ihren Gesang zu „Fear not this night“. Als dann Gregor Schwarze „Wheel in the sky“ sang und Alexandra Mende ihn dazu am Klavier begleitete, wollte der Applaus nicht enden. „Smoke on the water“ fehlte auch diesmal nicht am Ende des Konzerts.

Ebenso zur Tradition gehört es, dass sich Beyer bei jedem einzelnen mit einer langstieligen, roten Rose bedankt. Wehmütig verabschiedete man sich von den Abgängern, die jahrelang im Orchester mitgespielt hatten. Hoffnungsvoll wurde der Blick aber in die Zukunft gerichtet, dass mit dem „Joy“-Konzert wieder viele Neue neugierig auf Musik und das Musizieren in einer fröhlichen Gemeinschaft gemacht wurden.

Von Vera Hettenhausen

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