Festspiel-Casting im Kurhaus für zwei Kinder-Rollen im Musical „Anatevka“

Die Talente von morgen

Dies sind nur einige der über 50 Mädchen, die beim Vorsprechen im Kurhaus in Bad Hersfeld ihr Bestes gaben, um eine der begehrten Rollen im Musical „Anatevka“ zu ergattern. Foto:nh

Bad Hersfeld. Auf einer großen Bühne vor Publikum stehen, ein bisschen Theaterluft schnuppern, das Lampenfieber vor dem Auftritt und schließlich den großen Applaus am Ende genießen – davon träumt wohl fast jedes Kind.

Über 50 Schülerinnen sind aus genau diesem Grund in das Kurhaus in Bad Hersfeld zu einem Vorsprechen für das Festspiel-Musical „Anatevka“ gekommen. Gesucht wurden insgesamt vier Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren, die sich die Rollen der zwei Töchter des Milchmanns Tevje teilen sollen. „Ich spiele einfach gerne Theater, ich bin auch in einer Theater-AG in der Schule“, erklärt Anna-Lena Bürger ihr Kommen.

Die Qual der Wahl hatte die Jury, die eine Auswahl unter den vielen erschienen Kindern treffen musste. Sebastian Schachtschneider, der mit Intendant Holk Freytag im Wesentlichen das Casting geleitet hat, startete zunächst mit einer Gruppenübung zum Lockerwerden und um die erste Scheu abzubauen. Nach dieser kurzen Aufwärmphase wurde es schließlich ernst: In Paaren aufgeteilt, mussten die angehenden Schauspielerinnen die Jury in mehren kleinen Szenen von sich überzeugen.

Szenen nachspielen

In einer simulierten Verkaufssituation, in der eine den Part der Verkäuferin und die andere den Part der Kundin übernommen hat, die gerne Bohnen kaufen möchte, konnten die Mädchen ihr schauspielerisches Können unter Beweis stellen. Diese Szene wurde auf verschiedene Art variert, zum Beispiel indem die Kundin ganz schrecklichen Juckreiz hat, dringend auf Toilette muss oder die Verkäuferin Angst vor Kunden hat. Auf diese Weise hatte die Jury die Möglichkeit, sich einen besseren Eindruck von den Jungtalenten zu verschaffen. Einige der Mädchen schienen am Anfang noch etwas schüchtern und gehemmt, sodass Schachtschneider sie immer wieder zu etwas mehr Kraft und Power in der Stimme animieren musste: „Man soll euch doch auch hinten in der Stiftsruine hören können.“ Um die Kinder vollends aus der Reserve zu locken, sollten sie sich vorstellen, sie seien bei „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) und würden Dieter Bohlen mal so richtig ihre Meinung sagen. Tatsächlich funktionierte das bei den meisten Mädchen sehr gut und sie wurden auch mal wütend und etwas lauter.

Nach welchen Kriterien werden die Kinder ausgesucht? „Das ist schwer zu sagen, aber das Wichtigste ist die Ausstrahlung“, erklärt Freytag. Bevor es allerdings zu einer endgültigen Entscheidung über die tatsächliche Rollenbesetzung kommt, wird es noch etwas dauern, da es ein weiteres Auswahlverfahren für die geben wird, die es, um es im DSDS-Jargon zu sagen, in den „Recall“, also die zweite Runde geschafft haben.

Von Christin Hanisch

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