Berliner Gruppe „Croomp“ präsentierte im Buchcafé überwiegend Eigenkompositionen

Talente aus der Hauptstadt

Die Berliner Jazzformation „Croomp“ rund um die österreichische Posaunistin Petra Krumphuber (links) gab jetzt ihre Visitenkarte im Bad Hersfelder Buchcafé ab. Foto: Rödiger

bad herSfeld. Für Jazzfans und solche, die es vielleicht noch werden wollen, hatte das Bad Hersfelder Buchcafé wieder einmal eine junge und sehr talentierte Jazzformation aus Berlin zu Gast: „Croomp“.

Benannt ist diese fünfköpfige Band nach der aus dem oberösterreichischen Linz stammenden Bandleaderin und Posaunistin Petra Krumphuber.

Das aktuelle Liveprogramm der Band besteht hauptsächlich aus Eigenkompositionen von der aktuellen Croomp-CD „on the loose“.

Mit viel Spielfreude und Mut zum Experiment ist es dem Berliner Quintett gelungen, ein interessantes und vielseitiges Live-Programm auf die Beine zu stellen.

Schweben im Sound

Eines haben die verschiedenen Kompositionen von „Croomp“ gemeinsam: Sie scheinen im Sound zu schweben. Wenn Posaunistin Petra Krumphuber und Klarinettistin Silke Eberhard zu individuellen Soloausflügen aus dem Arrangement der Band herausdrängen, übernimmt Gitarrist Johannes Haage sofort dezent und unauffällig im Hintergrund das Harmoniegerüst der Komposition. Mit effektreichem, dynamischen Gitarrenspiel breitet er einen wohlklingenden „Soundteppich“ aus, auf dem seine Musikerkolleginnen auf ihren Solopfaden wandeln können, bis sie schließlich dann gemeinsam wieder zu den arrangierten Parts der Kompositionen zurückkehren und im Dreiklang von Posaune, Klarinette und Gitarre eine warme und sehr intensive Klangästhetik erzeugen, deren phantasiereiche Klangmalereien manchmal geradezu hypnotische, traumartige Sequenzen schaffen.

Vielseitig arrangiert

Auch rhythmisch sind die Arrangements von „Croomp“ sehr vielseitig. Schlagzeuger Kay Lübke und Kontrabassist Simon Bauer groovten selbst bei rasantestem Tempo präzise auf den Punkt und kreierten gemeinsam fließende Rhythmen, welche ihre Musikerkolleginnen spürbar mitrissen und inspirierten.

Die kleine Gruppe Jazzbegeisterter im überwiegend leeren Konzertsaal applaudierte bei jedem längeren Solo der einzelnen Akteure begeistert und genoss dieses intensive musikalische Erlebnis bis zum allerletzten Ton. (rö)

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