Geld für Logistik derzeit dringender benötigt als Lebensmittel

Tafeln: Viele Spenden in der Weihnachtszeit

Bad Hersfeld/Bebra. Die Tafeln in Bebra und Bad Hersfeld können sich kurz vor Weihnachten über eine hohe Spendenbereitschaft freuen. Das teilen Inge Ulber, Leiterin der Tafel in Bebra, und Silvia Hemel, Leiterin der Tafel in der Kreisstadt, mit.

Doch bereits in wenigen Wochen könne sich das wieder ändern, erklärt Inge Ulber: „Im Januar und Februar haben die Leute weniger Geld.“ Traditionell sinke in den ersten beiden Monaten des Jahres die Kaufkraft, sodass die Geschäfte weniger Lebensmittel einkaufen. Folglich gebe es dann auch weniger Lebensmittel-Spenden.

Stärker noch als auf Lebensmittel sei man auf Geldspenden angewiesen, sagen die Vertreterinnen beider Einrichtungen. „Es ist schwieriger, den Leuten zu vermitteln, dass auch Betriebskosten anfallen“, sagt Hemel. Geld an die Einrichtung zu zahlen, damit sie davon ein Jahr ihren Sprit finanzieren kann, sei vergleichsweise abstrakt.

Längerfristig steht es immer mehr Menschen in Hessen nach der Sozialgesetzgebung zu, sich Lebensmittel von der Tafel zu holen. Als die Tafel in Bad Hersfeld 2008 ihre Arbeit begann, nahmen laut Silvia Hemel 400 Kunden das Angebot in Anspruch. Aktuell sind es 600 Kunden. Inge Ulber schätzt die Zahl der Kunden, die die damals neu gegründete Tafel in Bebra im Jahr 2004 versorgte, auf 150. Mittlerweile sind es 520.

„Ich denke mal, dass die Tafelarbeit in den kommenden Jahren schwieriger werden wird“, sagt Hemel. Das liege zum einen daran, dass die Altersarmut steige, und zum anderen daran, dass viele, die eine Arbeitsstelle haben, trotzdem finanzielle Hilfe vom Staat bekommen.

Zudem stelle die Logistik eine Herausforderung für die Tafeln im Landkreis dar. In Nordhessen gibt es ein Zwischenlager in Korbach. „Ein weiteres Verteil-Zentrum in Nordhessen wäre schön“, sagt Ulber. Zum Tage, HIntergrund, Lokalseite 2

Von Marc Hörcher

Kommentare