Sparkassen-Forum 2013 mit Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München

Sympathie für eine Reizfigur

Bad Hersfeld. Am Ende waren vielleicht nicht alle Gäste des Sparkassen-Forums 2013 Fans des FC Bayern München, doch die Sympathien der gut 2000 Menschen in der Bad Hersfelder Waldhessenhalle hatte Uli Hoeneß bis dahin gewonnen. Im Interview mit Markus Pfromm vom Mitveranstalter Hersfelder Zeitung erwies sich der Präsident des FC Bayern am Freitagabend als schlagfertiger, gewitzter Gesprächspartner, der nicht nur zum Fußball etwas zu sagen hatte, sondern aus der eigenen Vita heraus auch gesellschaftliche und politische Themen offen ansprach.

Dabei bekannte Hoeneß auch, sich mit zunehmender Lebenserfahrung von seinem früheren Image als Reizfigur ein Stück weit entfernt zu haben. „Ich habe aus tollen und aus schwierigen Momenten gelernt“, sagte der gebürtige Schwabe, der in seinem Äußerungen für Werte wie harte Arbeit, Fürsorge und soziales Engagement eintrat. Dass man ihn deshalb zuletzt in einigen Medien sogar als Vorbild bezeichnete, sieht er in unserer schnelllebigen Zeit gelassen. „Der Langzeitwert der Vorbildfunktion ist begrenzt“, sagte der Bayern-Präsident.

So wie der FC Bayern „klare Kante zeigen“ müsse, so fand Hoeneß auch deutliche Worte, als er die Krisen-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte und die Rücktrittsforderungen gegen Bundesbildungsministerin Anette Schavan als „Witz“ bezeichnete.

Zum Schluss des fast anderthalbstündigen Gesprächs kam der ehemalige FCB-Profi Michael Sternkopf auf die Bühne und bekräftigte Hoeneß' Selbstverständnis von der Bayern-Familie, zu der man auch nach der Karriere gehört. Und der Bayern-Fan Stefan Gress durfte bei dieser Gelegenheit noch erklären, wie man in Hessen seine Leidenschaft für den Münchner Fußballverein entdeckt.

Von Karl Schönholtz

Sparkassen-Forum 2013 mit Uli Hoeneß

Kommentare