250 Dinge (211): Das Scheibenkreuz an der Klosterkirche von Blankenheim

Ein Symbol, das verbindet

Das Symbol des Scheibenkreuzes haben die Klosterfrauen von Aua nach Blankenheim gebracht. Dort ziert es den Türsturz der Klosterkirche. Foto: Brauer

Blankenheim. Scheibenkreuze entstanden bei der Christianisierung Irlands vor rund 1700 Jahren. Sie verbinden das Hauptsymbol der alten Religion, die Sonne, mit dem Hauptsymbol der neuen Religion, dem Kreuz, das über die Sonnenscheibe gelegt wurde.

Irische Mönche brachten auf ihrer Peregrinatio – Aufbruch in die Fremde – das Scheibenkreuz auf den europäischen Kontinent. Auch in der Region um Hersfeld haben sie ihre Spuren hinterlassen, wie an dem Scheibenkreuz zu erkennen ist, das in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts beim Forstwegebau oberhalb von Neuenstein-Aua in der Wüstung Holnstein aufgefunden wurde. Der Türsturz mit Scheibenkreuz der Kirchenruine vom Holnstein befindet sich im Museum zu Bad Hersfeld.

Die Klosterfrauen zu Aua haben offensichtlich mit der Tradition des Scheibenkreuzes gelebt. Ihr im Jahr 1190 gegründetes Kloster wurde bereits im Jahr 1218 nach Bebra-Blankenheim verlegt. Dort ließen sie das abgebildete Kreuzsymbol am Nordportal ihrer neuen Klosterkirche anbringen. Durch dieses Portal betraten sie die Klausur, den Bereich, den kein Mann betreten durfte.

Fachleute beurteilen dieses mit Diamanten besetzte Kreuz als das schönste von allen, die auf dem Kontinent in der Tradition der irischen Scheibenkreuze gefertigt wurden.

Sollte es einmal zu einer Zusammenlegung der Kirchenkreise Rotenburg und Hersfeld kommen, so würde sich dieses Kreuz als beide Kirchenkreise verbindendes Logo anbieten.

Von Neuenstein-Aua (Kirchenkreis Hersfeld) ausgehend wurde die Tradition des irischen Scheibenkreuzes in Bebra-Blankenheim (Kirchenkreis Rotenburg) endgültig sesshaft.

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