Bigband-Sound im Audimax auf dem Obersberg euphorisierte die Zuhörer

Swingende Oldtimer

GBO-Bigband im Audimax auf dem Obersberg: Verena Wittwer (links) hat die passende Stimme zum Swing der GBO-Musiker, die unter der Leitung von Helgo Hahn musizierten (vorne in der Mitte). Fotos: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Ein Konzert der GBO-Bigband der Obersbergschulen bedeutet immer Partystimmung im Swingrhythmus. Erst recht, wenn sich die „Oldtimer“ der Bigband, die Ehemaligen, treffen.

Die Hersfelder wissen dies bereits. Deshalb bekam Helgo Hahn, der seit 30 Jahren die Bigband leitet, vor dem Konzertbeginn im Audimax am Samstagabend auf dem Schulhof zugerufen: „Ich freue mich auf euch.“ So ging es allen Besuchern, die noch Eintrittskarten haben wollten.

„Wir feiern unsere Ehemaligentreffen immer mit Musik“, verriet Helgo Hahn. Das ist eine tolle Idee, denn damit hat auch das Hersfelder Publikum etwas davon und kann in den Genuss von erstklassigem Swing kommen.

Von Hamburg bis nach München hat es die Ehemaligen vom Obersberg verschlagen. Der jüngste „Oldtimer“, Marcel Schmidt, ist 24 Jahre alt und noch in Hersfeld geblieben. Die mit 19 Musikern klassisch besetzte Bigband hatte für ihren Auftritt ihr Repertoire um einige Stücke erweitert. „Ulla in Afrika“ von Peter Herbolzheimer war zum Beispiel ein solches „Experiment“, wie Hahn es bezeichnete. Bei dem mitreißenden Samba-Rhythmus wippten die Füße der Zuschauer mit, als ob sie dazu tanzen wollten. Dieses Wagnis war also gelungen, so wie überhaupt die gesamte Kombination von klassischem Swing der 30er Jahre mit vielen „Modern Bigband“-Stücken äußerst gefällig war.

Als Manuel Schmidtlein mit einer kleinen Verspätung, weil er noch von seinem Dienst im Krankenhaus zum Konzert eilte, begann, temperamentvoll „Sweet Georgia Brown“ in die Tasten des Flügels zu hauen, ahnte man im Publikum, dass dieses Programm gute Laune machen wird. Die Hobbymusiker waren offensichtlich nicht aus der Übung gekommen.

Gäste eingesammelt

Nach zwei Stunden klatschte das Publikum euphorisiert und bekam noch einige Zugaben. Angeheizt wurde die Partystimmung, als eine kleine Abordnung als „Marching Band“ zum Pausenende die Gäste vor dem Audimax und in der Mensa wieder einsammelte. Damit erinnerte die Band an ihre Ursprünge, denn in den 50er Jahren wurde sie zunächst als „Marsch-Band“ an der „Alten Klosterschule“ gegründet. In bester „Swing-Musiker-Manier“ kletterte Matthias Laufer-Klitsch auf einen der Tische, um sich musikalisch auszutoben. Das war klasse.

Für weitere besondere Momente sorgte die charmante Sängerin der Bigband, Verena Wittwer. Mit ihrem ersten Song „How sweet it is to be loved by you“ hatte sie das Publikum sofort für sich eingenommen. „Die Besten der Besten“ habe er aus den Jahrzehnten für die Band ausgewählt, sagte Helgo Hahn. Daran bestand kein Zweifel. Sie kämen immer wieder gerne nach Hersfeld, fügte er an. Da kann man sich jetzt schon auf die nächste Wiedersehensfeier der Musiker in der Heimat freuen. (het)

Von Vera Hettenhausen

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