Erfolgreiche Premiere für Theaterstück „Die Türen“ der „Sommernachtsträumer“

Sünden im Schwarzlicht

Welche Tür ist die richtige? Hanna Trümner, Chiara Kremser, Jan Frederik Saure und Nico Otto (von links) und die anderen „Sommernachtsträumer“ zeigten großartiges Theater. Foto: Dessauer

Bad Hersfeld. Fünf Türen, die zurück ins Leben führen – oder in den Tod. Beschriftet mit fünf Begriffen, deren Hintergrund nicht ganz klar ist: „Rettung“, „Glück“, „Strafe“, „Tod“ und ein Fragezeichen. Fünf Jugendliche, die ihre Tür finden müssen und erkennen, dass es nicht immer die ist, die sie sich wünschen oder die, die am offensichtlichsten scheint.

Ein selbstgeschriebenes Stück mit diesem Inhalt führte der erst vor einem halben Jahr gegründete, hauptsächlich aus Jugendlichen und Festspiel-Statisten bestehende Verein „Sommernachtsträumer“ unter der Regie von Tobias Stübing (23) am vergangenen Samstagabend im Audimax der Modellschule Obersberg auf.

Ängste und Hoffnungen

Mit „Die Türen“ nahmen eigene Erfahrungen, Ängste und Hoffnungen der Darsteller Gestalt an, denn davon ist das Stück größtenteils inspiriert. Nachdem Olivia, Katrin, Marie, Simon und Benjamin – gespielt von Chiara Kremser (17), Hanna Trümner (16), Paula Gnewuch (13), Jan Saure (16) und Nico Otto (15)– in einem fensterlosen Raum mit einem mysteriösen Wächter (Joachim Götz, 63), aufwachen und sich nicht erklären können, wie sie dahin gekommen sind, sind sie verwirrt. Langsam erkennen sie, dass sie sich in einem Zwischenstadium von Leben und Tod befinden und jeder durch seine Schicksalstür muss. Dabei müssen sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, was ihnen schwerfällt, denn es sind ihre ganz persönlichen Geheimnisse, die entscheidend sind.

Diese Hintergründe wurden von bis zu 18 weiteren Darstellern tänzerisch und pantomimisch in eindrucksvollen Schwarzlichtszenen erzählt, sie zeigten die Fehler und Leiden der Hauptpersonen.

Das Schicksal akzeptieren

Je weiter das Stück voranschreitet, desto mehr beginnt man zu verstehen, was dieser Raum bedeutet und dass die Schauspieler keinen Einfluss auf ihr Schicksal haben, sondern es nur erkennen und akzeptieren müssen.

Einen besonderen Effekt auf das Wirken des Raumes hat der Wächter, der außer Sätzen wie „Die Zeit läuft ab.“ oder „Die Tür deines Schicksals ist eine andere“ wenig von sich gibt.

Die jungen Schauspieler agierten großartig miteinander, es entstand eine Gruppendynamik, die es einem leicht machte, der Handlung und den glaubwürdigen Emotionen der Jugendlichen zu folgen. Auch die Kulisse wurde gut in das Schauspiel eingebunden. Das zahlreich erschienene Publikum zeigte sich begeistert, und jetzt warten viele neugewonnene Fans gespannt auf das hoffentlich bald nachfolgende Projekt.

Von Dorit Schönholtz

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