Landratskandidatin Künholz will die Stromtrasse, Landrat Dr. Schmidt nicht

Suedlink: Pro und Contra

Elke Künholz (SPD)

Hersfeld-Rotenburg. Überall dort, wo die geplante Starkstromtrasse „Suedlink“ Städte und Dörfer berührt, protestieren die Menschen. Sie ärgern sich nicht nur über weitere, riesige Strommasten in Gemeinden, die durch Autobahn, Schnellbahn und Wechselstromtrassen ohnehin schon belastet sind, sondern sie sind in Sorge, weil die Auswirkungen von Gleichstrom auf Mensch und Tier bisher nicht erforscht sind.

Betroffen sind im Landkreis Hersfeld-Rotenburg die Gemeindegebiete von Neuenstein, Kirchheim und Niederaula. Dort haben sich Bürgerinitiativen gegründet, die von den Bürgermeistern aktiv unterstützt werden und den Rückhalt der Gemeindeparlamente genießen. Auch in den anderen hessischen Kommunen entlang des geplanten Trassenverlaufs stehen die Bürgermeister hinter den protestierenden Bürgern.

Still verhalten haben sich allerdings bislang die Landräte. Auf Anfrage unserer Zeitung haben sich jetzt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) und die Erste Kreisbeigeordnete und Landratskandidatin der SPD Elke Künholz zur Suedlink-Trasse geäußert.

„Der Ausbau der Stromtrassen in Deutschland ist unverzichtbar“, stellt Elke Künholz fest. „Wer keinen Atomstrom will, wer für den Ausbau erneuerbarere Energien ist, der muss wissen, dass es ohne neue Leitungen nicht geht“, macht sie deutlich. Allerdings dürften Leitungen nicht um jeden Preis gebaut werden, schränkt die Sozialdemokratin ein. Sie fordert deshalb einheitliche Standards für Stromtrassen in allen Bundesländern. Die Suedlink-Trasse müsse so gewählt werden, dass sie die geringsten möglichen Beeinträchtigungen für Mensch und Natur mit sich bringe und zum Beispiel Mindestabstände zu Wohnbebauungen einhalten. Auch das Überspannen von Häusern müsse einheitlich geregelt werden.

Kreis stark belastet

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg sei durch seine zentrale Lage sowie durch die bestehenden und geplanten 380-kV-Wechselstromleitungen bereits heute sehr stark belastet, erklärt Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt. Er ist der Meinung, dass die Regionen die Lasten gleichmäßig tragen sollten. Und da technisch eine Anbindung von Suedlink an das Umspannwerk Mecklar nicht notwendig sei, müsse auch die Trasse nicht durch den Kreis führen. „Die Suedlink-Trasse zusätzlich zu den 380-kV-Leitungen durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu führen wäre eine Doppelbelastung, die nicht einleuchtet. Andere Korridore sollten mit Vorrang geprüft und beplant werden“, betont Schmidt.

Er kritisiert zudem, dass „die Ministerpräsidenten der eigentlich begünstigten Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern versuchen, sich aus der Verantwortung zu stehlen.“

Von Christine Zacharias

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