Bundesweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht am 25. September auch in Bad Hersfeld

Sucht oder Freizeitvergnügen?

Vor einem Jahr hieß das Motto des Aktionstages „Schieß’ dein Geld nicht in den Wind“. Foto: Archiv

Bad Hersfeld. Über 40 000 Menschen in Hessen haben Probleme mit Glücksspielen. Deshalb beteiligt sich die regionale Fachberatung für Glücksspielsucht in Bad Hersfeld am bundesweiten Aktionstag zum Thema, der am 25. September stattfindet.

An diesem Tag wird in der Weinstraße eine große Plane mit den Fragen „Glücksspiel: Sucht oder Freizeitvergnügen? Was denken Sie?“ aufgehängt, um mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch zu kommen.

„Die Bevölkerung von Bad Hersfeld und Umgebung soll auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam gemacht werden und für die Problematik im Gespräch mit Fachleuten vor Ort sensibilisiert werden“, so Christina Heimeroth von der Fachberatung Glücksspielsucht des Zweckverbandes für Diakonie.

Hessen ist ein Bundesland mit einem sehr umfangreichen Glücksspielangebot. Zu den 2000 staatlichen Lotterieannahmestellen und fünf Spielbanken kommen circa 14 000 Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten hinzu. Ein derzeit unübersehbares Sportwettenangebot vervielfältigt den hessischen Glücksspielmarkt. In den Spielhallen und gastronomischen Betrieben werden in Hessen jeden Monat über 18 Millionen Euro verspielt.

Dass aus einem Freizeitvergnügen eine Sucht werden kann, ist unbestreitbar. Aus bundesweiten Zahlen abgeleitet, lassen sich für Hessen bis zu 22 000 Glücksspielabhängige errechnen. Hinzu addieren sich etwa 25 500 Menschen mit problematischem Spielverhalten.

Der Gesetzgeber hat mit dem neuen Staatsvertrag zum Glücksspielwesen auf die fortschreitende Problematik reagiert und erstmalig dem Suchtpotential von Geldspielgeräten in Spielhallen Rechnung getragen, in dem dieses Spielangebot als Glücksspiel definiert wird. Eigens dazu ist ein hessisches Spielhallengesetz in Kraft getreten, das die Spielhallenbetreiber zur Einhaltung umfangreicheren Spielerschutzmaßnahmen als bisher verpflichtet.

„Menschen, die sich dem umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangebot nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, benötigen fachliche Hilfe und Unterstützung“, sagt Christina Heimeroth.

Diese Menschen sowie ihre Angehörigen wollen die HLS und die 15 mit Landesmitteln finanzierten regionalen Fachberatungen für Glücksspielsucht erreichen. (red/sch)

Weitere Informationen und Rückfragen: Christina Heimeroth, Telefon 06621/61091.

Kommentare