Nach Großbrand in Bad Hersfeld

Klosterschänke: Suche nach der Brandursache

Mit dem Abdecken der Dachziegeln begann gestern der „Rückbau“ der ausgebrannten Klosterschänke und macht den Blick frei für die Brandermittler. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Vier Tage nach dem Großfeuer in der Bad Hersfelder Ausflugsgaststätte Klosterschänke, bei dem am Donnerstag ein Sachschaden von rund 1,1 Millionen Euro entstand, glühen noch immer ein paar der alten Eichenbalken und noch immer ist die Brandursache nicht gefunden.

Am Montag wurde mittels Hubsteiger und Kran mit dem Abtragen des Dachgeschosses begonnen. Dies geschieht nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, um den Ermittlern vom Landeskriminalamt in Wiesbaden und der Bad Hersfelder Kriminalpolizei Einblicke zu gewähren. Denn die Ursachenforschungen findet hier von oben nach unten statt.

Doch nicht die Küche?

Immer wenn Ziegel, Gebälk und Decken entfernt werden, ergeben sich für die Experten neue Sichten auf Öfen, Leitungen, Elektrogeräte und andere mögliche Auslöser für das Feuer. Denn die erste Annahme, der Brand sei wohl in der Küche ausgebrochen, ist nach dem, was gestern bei den Arbeiten an der Klosterschänke zu hören war, nicht mehr Stand der Dinge.

Festlegen wollte sich Polizei-Pressesprecher Manfred Knoch jedoch nicht, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind. Das wird möglicherweise heute der Fall sein. Noch einige Tage länger wird der sogenannte Rückbau des historischen, Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Gebäudes dauern.

Dabei gilt die erhöhte Aufmerksamkeit der Bauarbeiter den beiden Giebelwänden an Vorder- und Rückseite. Durch den Zusammenbruch einer Zwischendecke und dem Durchbrennen tragender Balken werden die Wände nur noch vom Holz an der Seite gehalten. Mit einem Absturz muss gerechnet werden.

Die Spendenaktionen für die Wirtsfamilie, die derzeit bei Verwandten in beengten Verhältnissen untergebracht ist, haben die Not zumindest teilweise lindern können. Gestern fanden sich in der Brandruine zudem Geldkassetten, deren Inhalt unversehrt geblieben war.

Allerdings waren am vergangenen Wochenende auch schon Plünderer aufgefallen, die nach Stehlenswertem gesucht hatten.

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Spendeninformationen: helftklosterschaenke@gmail.com

Von Karl Schönholtz

Abbrucharbeiten an der Klosterschänke

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