Weihnachtspaket-Hilfsaktion des CHD löste große Freude in Rumänien aus

Stürmische Umarmung

Das Schicksal der Familie Petrariu aus Tolici in Rumänien, zu der zwei schwerkranke Söhne gehören, hat Gerhard und Sieglinde Stedtler besonders berührt. Hier will der CHD gezielt helfen.

Bad Hersfeld. Ein Herz für Kinder und Hilfsbedürftige, das zeigte erneut die Bevölkerung aus Bad Hersfeld und Umgebung. 2300 Pakete wurden zum Weihnachtsfest gepackt und gespendet und durch den Christlichen Hilfsdienst (CHD) versandt und verteilt.

Die Pakete sind alle gleich gefüllt und haben einen Wert von zehn Euro. Da der CHD Transport und Verteilung der Pakete zum größten Teil selbst übernimmt, liegen die Kosten mit einen Euro pro Paket sehr niedrig, betont Stedtler. Besonders dankbar ist er auch für die Unterstützung der Firma tegut. Dort wurden alleine 1200 Pakete gepackt.

Pakete für Berlin und Hersfeld

Erstmals wurde auch ein Teil dieser Pakete, die Lebensmittel, Süßigkeiten, Kosmetik und Nützliches enthalten, in Zusammenarbeit mit der Bahnhofsmission in Bad Hersfeld verteilt (wir berichteten). Freude lösten die Pakete auch bei Bedürftigen in Berlin aus. Dort hatten Fritz Mannel und sein Team die Hilfslieferung in Zusammenarbeit mit zwei sozialen Einrichtungen kurz vor Weihnachten verteilt.

Die widrigen Zollbestimmungen der Ukraine hatten es erforderlich gemacht, dass ein weiteres Team des Christlichen Hilfsdienstes, wieder unter der Leitung von Fritz Mannel, selbst in die Ukraine reiste und die Hilfsgüter vor Ort einkaufte, verpackte und die Verteilung organisierte. Auch hier freuten sich viele bedürftige Familien über die Unterstützung.

Zehn Anlaufstellen

Kurz nach Weihnachten reisten dann Sieglinde und Gerhard Stedtler nach Rumänien, um dort die mit Liebe gepackten Pakete zusammen mit Freunden vor Ort zu verteilen. Im Fahrplan der Stedtlers standen zehn Anlaufstellen: Waisenkinderdörfer, Behindertenheime, Seniorenheime und Gemeinden. Zwischendurch besuchten die Stedtlers noch einige Großfamilien mit sieben und mehr Kindern. „Dort waren die Pakete mit dem gut sortierten Inhalt eine besondere Freude und Hilfe“, berichtet Gerhard Stedtler.

In Dorohoi, ganz im Norden Rumäniens, erfreuten die Stedtlers einen Kindergarten und eine Schule mit Paketen. Dorohoi und Umgebung sind von großer Armut und Arbeitslosigkeit gekennzeichnet.

Zwei schwerkranke Kinder

Auf der Rückreise lernten Gerhard und Sieglinde Stedtler eine vom Schicksal besonders schwer heimgesuchte Familie kennen. Zwei der sieben Kinder sind unheilbar an Muskelschwund erkrankt, ein großer Bruder war im Alter von knapp 17 Jahren vor einem Jahre daran gestorben. Der Vater, Emil Petrariu, ein geschickter und fleißiger Handwerker, versucht seine neunköpfige Familie mit Drechslerarbeiten über Wasser zu halten. „Meine Frau und ich waren froh, noch einige Reservepakete im Auto zu haben“, erzählt Stedtler. Er will nun versuchen, gemeinsam mit dem CHD weitere Hilfe für die Familie zu organisieren.

Gerne reicht Gerhard Stedtler nun die Dankesgrüße, die er und seine Frau in vielfältiger Form erfahren haben, an die vielen Spenderinnen und Spender aus Waldhessen weiter: Den schüchternen Blick kleiner Kinder mit einem leisen Dankeschön auf rumänisch bis hin zur stürmischen Umarmung.

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