HZ-Porträt: Fernsehkoch Mirko Reeh schwingt den Kochlöffel im Zirkus Sarrasani

Ein Stündchen für Oma Ilse

Etwas Deftiges: Fernsehkoch Mirko Reeh ist nicht immer Gourmet. Auf seinem Speiseplan darf die gute alte Currywurst mit Pommes nicht fehlen. Auch bei seiner Stippvisite in der alten Heimat war Reeh Feuer und Flamme für die Kalorienbombe. Foto: Reymond

Bad Hersfeld. Für den gebürtigen Bad Hersfelder Mirko Reeh (33) geht ein Wunschtraum in Erfüllung. Der bekannte Fernsehkoch, der seit 15 Jahren in Frankfurt am Main lebt, wird Zirkuskoch bei Sarrasani in Dresden.

Während der siebten Spielzeit des Trocadero Dinner Varietétheaters hat Reeh die Verantwortung für die Küche. Die Freude an der großen Bühne hat sich Reeh schön früh bei den Bad Hersfelder Festspielen geholt. „Als Siebenjähriger habe ich bereits im Kinderchor und später dann auch im Festspielchor mitgesungen. Wenn ich heute alte Chorfreunde treffe, dann geschieht das völlig ohne Distanz. Das hat mich schon sehr geprägt“, sagt Reeh.

Seine zweite große Leidenschaft ist das Kochen. Sie wurde von seiner heute noch in Bad Hersfeld lebenden Oma Ilse erweckt. „Schon als Fünfjähriger habe ich mit ihr am Herd gestanden. Das erste, was wir gemeinsam zubereiteten, war eine leckere Rindfleischsuppe“, erinnert sich der heute durch Funk und Fernsehen bekannte Koch. Und von dieser Lust, Speisen zuzubereiten, ist nichts verlorengegangen.

Schon während seiner Ausbildung im Bereich Wirtschaft und Verwaltung bei der Post sowie des berufsbezogenen Studiums, das 1995 endete, arbeitete Reeh in verschiedenen Hotels. 1990 bis 1995 beispielsweise in der Küche und im Service des Bad Hersfelder Romantikhotels Zum Stern. Seinen Koch-Abschluss machte Reeh vor der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt.

Einen Stern strebt er nicht an

Koch des Jahres ist Mirko Reeh ebenfalls schon gewesen. Einen Stern besitzt er aber nicht. „Ich habe keinen und das ist auch gut so. Denn wenn der Stern wieder weg ist, sind es die Gäste auch.“ Noch heute, bei einem kurzen Besuch im Hotel Stern, fühlt er sich so, als sei er erst gestern aus der Unteren Frauenstraße in Richtung Frankfurt weggezogen: „Hier an diesem Raum hat sich nichts verändert. Nur ein neuer Fußboden ist drin“, sagt er, um sogleich mit einer Servicekraft ins Gespräch zu kommen und nach den Kolleginnen und Kollegen von früher zu fragen. Ein lockerer Plausch über drei, vier Minuten.

Beim Verlassen des Hauses ist Reeh über die vielen Menschen auf Markt- und Linggplatz überrascht. Doch dann wird ihm klar: „Ah, es ist Lullusfest“. Für das verabredete Foto mit Currywurst und Pommes – auch ein Gourmet isst mal etwas Deftiges – will Mirko Reeh aber nicht auf den Rummel. Da zieht er einen Imbiss in der Innenstadt vor. Da ist es ruhiger. „Das Gedränge habe ich als Kind schon nicht gemocht. Ich bin immer einmal in der Woche über den Lollsrummel gegangen, das hat mir dann aber auch gereicht“, erzählt er über seine Kindheit.

Bad Hersfeld verlässt der vielbeschäftigte Koch jedoch nicht, ohne bei seiner 75 Jahre alten Oma Ilse vorbeizuschauen. „Ich habe zwar nicht sehr viel Zeit, aber ein Stündchen nehme ich mir.“ Dann zieht es Mirko Reeh wieder in die Mainmetropole.

Tour der Hoffnung

In Frankfurt betreibt er das Restaurant Pearl. Persönlich kommt er aber nicht mehr oft dazu, selbst für die Gäste zu kochen. Mirko Reeh ist eben ein gefragter Mann. Er steht oft vor Fernsehkameras, ist im Rundfunk zu hören, schreibt eigene Kochbücher, betreibt drei Kochschulen in Frankfurt, auf Mallorca und Ibiza. Zudem kickt er beispielsweise mit Torhüter Johann Lafer und Sturmkollege Ralf Zacherl in der Deutschen Nationalelf der Spitzenköche und Restaurateure, für die er schon so manches Tor erzielt hat. Außerdem engagiert er sich bei der Tour der Hoffnung für krebskranke Kinder.

www.mirko-reeh.com, www.reehstaurant.de

Von Mario Reymond

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