Erste Überlegungen zum neuen Sanierungsgebiet rund ums Herkules-Center

Stückwerk nützt nichts

Spannende Stadtentwicklung: Das Telekom-Gebäude (links), die Bushaltestellen an der Breitenstraße und das ehemalige Herkules-Center sind Problempunkte im neuen Sanierungsgebiet. Fotos: ks/Archiv

Bad Hersfeld. Eine Patentlösung habe er auch nicht, gestand Bürgermeister Thomas Fehling, doch mit Stückwerk sei im neuen Bad Hersfelder Sanierungsgebiet rund um das ehemalige Herkules-Center auch nichts zu erreichen.

Dieser Zwiespalt macht die Stadtentwicklung in diesem Bereich zu einer hochspannenden Aufgabe: Die künftige Nutzung des geschlossenen Einkaufsmarktes, die Hotel-Pläne für das Telekom-Gebäude, die fehlende Aufenthaltsqualität in Antoniengasse und unterer Breitenstraße sowie die problematische Verkehrsführung mit Engstellen und der kritischen Ausfahrt des Parkhauses – all diese Probleme hatte Projektleiter Clemens Exner vom Sanierunsträger Wohnstadt in einer ersten Untersuchung zusammengestellt.

„Wir haben die einmalige Chance, dieses Quartier im großen Stil zu entwickeln“, sagte Bürgermeister Fehling bei einer Bürgerinformationsveranstaltung im e-Punkt und machte deutlich, dass die genannten Knackpunkte alle im Zusammenhang betrachtet werden müssten.

Zwei denkbare Verbesserungen hat das Technische Rathaus bereits konkret im Blick: Fachbereichsleiter Martin Bode stellte einer Verbreiterung des Gehwegs am Stadtbus-Rendezvous an der Breitenstraße zur Diskussion, um den wiederkehrenden Menschenstau beim Umsteigen zu mildern. Etwa zehn Parkplätze auf der gegenüber liegenden Straßenseite würden dann entfallen, was bei weiterer Öffnung des Herkules-Parkhauses allerdings nicht als Problem angesehen wird.

Außerhalb des Kernbereichs, der vom Stadtring bis zur Dudenstraße reicht, schließt das „Sanierungsgebiet E“ eine Fläche der Deutschen Bahn an der Bismarckstraße ein. Weil diese nicht mehr genutzt wird, könnten hier etwa 120 dringend benötigte Park & Ride-Plätze entstehen. Denn die bisher verfügbaren Stellflächen für die Bahn-Pendler an der Heinrich-Börner-Straße sind schon frühmorgens voll belegt.

Überhaupt nicht konkret ist dagegen die Zukunft des Einkaufsmarktes: Von Gesprächen mit den Eigentümern – einem Immobilienfonds – berichtete Bauamtschef Johannes van Horrick, doch nicht von einer absehbaren Lösung.

Um eine solche bemühte sich gestern Bürgermeister Fehling gestern in Wiesbaden: Weil die Parkplätze am Telekom-Hochhaus dem Bund gehören, vom Eigentümer des Gebäudes aber für das geplante Hotelprojekt benötigt werden, versuchte Fehling zwischen den noch weit auseinander liegenden Preisvorstellungen beider Seiten zu vermitteln.

Von Karl Schönholtz

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