Radverkehrskonzept für Bad Hersfeld soll Alltagsradlern wie Touristen zugute kommen

Stück für Stück voran

Wollen das Radverkehrskonzept für Bad Hersfeld voranbringen und werben für das Rad als Verkehrsmittel im Alltag: Die Verwaltungsmitarbeiter Martin Bode (rechts) und Guido Spohr. Der Eröffnungstermin findet am 5. Mai statt. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Wenn es um den Radverkehr geht, weiß Martin Bode vom städtischen Fachbereich Technische Dienste, wovon er spricht. Schließlich fährt er selbst jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit und auch viele Dienstfahrten werden mit dem „Drahtesel“ erledigt.

Unter Bodes Federführung und mit Hilfe eines externen Planungsbüros soll nun ein Radverkehrskonzept für Bad Hersfeld erarbeitet werden. Dieses hat gleich drei Ziele: Die Verkehrssicherheit zu erhöhen, den optimalen Ausbau des Radwegekonzepts und gleichzeitig das Rad als Verkehrsmittel im Alltag in den Blickpunkt zu rücken. „Radfahren ist nicht nur ein Freizeitspaß, man kann mit Rad auch prima zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren“, so Bode.

Bei den Radwegen interessieren sowohl die Fernradwege R 1 und R 7, Themenwege wie der Solztalweg und die regionalen Radwege R 10 und R 12. Aber auch das lokale Radroutennetz mit allen Haupt- und Nebenrouten soll unter die Lupe genommen werden. „Uns interessiert die innere Vernetzung, die sicher und attraktiv sein sollte“, erklärt Bode.

Als externer Planer, Moderator und neutrale Instanz ist vor kurzem die LK Argus GmbH aus Kassel beauftragt worden. „Der Blick von außen ist durchaus gesund“, meint Bode. In einem ersten Schritt geht es nun um die Definition der Ziele, die Anforderungen und die Grundbausteine. Der zweite Schritt, der laut Bode möglichst bis Ende dieses Jahres erledigt sein soll, ist die Bestandsanalyse. Der dritte Schritt wäre dann das eigentliche Konzept zur Verbesserung der Infrastruktur und zur Nutzung des Fahrrads im Alltag.

Mit 30 000 bis 32 500 Euro rechnet Bode allein für die Planung. Das klinge erst einmal viel, sei aber für ein solches Projekt absolut im Rahmen. Berücksichtigt seien die Kosten im Haushalt 2015/2016.

Erste Überlegungen 2013

Für die Umsetzung von ersten Maßnahmen seien dann noch einmal mehrere zehntausend Euro wünschenswert, wobei es bis dahin noch ein langer Weg sei. „Es wird nur Stück für Stück voran gehen“, stellt Bode klar, schließlich sei das Projekt eines von vielen. Am Ende würden sicher auch Kompromisse stehen.

Ein Eröffnungstermin mit allen beteiligten Behörden – sprich: Mitarbeitern von Stadt, Kreis und Polizei – und den Planern aus Kassel wird am 5. Mai stattfinden; natürlich auf dem Rad. Als weiterer „Teamplayer“ soll der ADFC sein Wissen zur Verfügung stellen.

Erste Überlegungen für ein Radverkehrskonzept gab es schon 2013, auch aus der Kommunalpolitik heraus wurde das Thema forciert. „Für den politischen Nachdruck sind wir dankbar“, erklärt Bode. Verbesserungsbedarf gäbe es genug. Stichworte sind diesbezüglich auch Stellplätze, mögliche Ladestationen für E-Bikes, Fahrradboxen am Bahnhof und Leihräder. Das Konzept soll somit Bürgern wie Touristen zugute kommen. Der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll das Konzept etwa in Workshops, in denen sich dann auch engagierte Bürger einbringen können.

Von Nadine Maaz

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