Juristen aus Südostasien könnten bald in Rotenburg lernen

Studienzentrum knüpft Kontakt nach Vietnam

Rotenburg. Am Studienzentrum Rotenburg könnten bald vietnamesische Juristen ausgebildet werden. Verhandlungen zwischen Vertretern des südostasiatischen Staates und des hessischen Justizministeriums seien bereits „sehr konkret“, bestätigen Dagmar Döring, Pressesprecherin im Wiesbadener Ministerium, und Jochen Paulus (FDP), Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis, übereinstimmend.

Paulus hatte, wie er berichtet, als Teilnehmer einer Delegationsreise mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) vor kurzem Vietnam besucht. Dort bestehe großes Interesse daran, die Ausbildung von Juristen nach deutschem Vorbild zu modernisieren. „Wir waren überwältigt davon, wie hoch die deutsche Justiz dort geschätzt wird“, kommentierte Paulus. „So hochrangig ist wohl selten eine Landesdelegation empfangen worden.“

„Hochrangig empfangen“

Er habe dann das Studienzentrum Rotenburg ins Gespräch gebracht, als es um den Kontakt zur Rechtshochschule und zum Zentrum für deutsches Recht in Hanoi, der zweitgrößten Stadt des Landes, gegangen sei. Schon bald solle das Studienzentrum in die Zusammenarbeit zwischen Hessen und Vietnam eingebunden werden - das habe der Justizminister befürwortet, sagt Paulus.

Die Wiesbadener Behörde bestätigt das: „Es kann sehr gut sein, dass schon bald junge Menschen aus Vietnam in Rotenburg ausgebildet werden“, sagt Sprecherin Dagmar Döring. „Auch könnten Lehrkräfte des Studienzentrums in Hanoi lehren.“

Am Studienzentrum mit den drei Einheiten Verwaltungsfachhochschule, Landesfinanzschule und Justizausbildungsstätte werden diplomierte Finanzwirte und Rechtspfleger sowie Finanzwirte und Justizfachwirte ausgebildet. Die Landeseinrichtung verfügt auch über ein Internat, in dem die Studierenden wohnen.

Von Rainer Henkel

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