Raumordnungsverfahren für umstrittene 380-Kilovolt-Leitung beginnt in diesen Tagen

Die Stromplanung startet

Hersfeld-Rotenburg. Es wird Ernst mit der geplanten 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung zwischen Wahle (bei Braunschweig) und Mecklar (bei Bad Hersfeld): In dieser Woche werden die Regierungspräsidien in Kassel und Göttingen die Unterlagen für die möglichen Trassen der Starkstromleitung an die betroffenen Kommunen verschicken.

Damit beginnt nach Auskunft von Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel, das Raumordnungsverfahren. Die Energiefirma Transpower, die im Auftrag des Energieversorgers E.ON Netz die Leitung baut, will beide Varianten (Grafik) untersuchen lassen.In der Vergangenheit hatte E.ON in Hessen die Westtrasse als Vorzugsvariante bezeichnet.

Diese Linienführung quert zwischen Staufenberg und Niestetal die Landesgrenze und führt durch Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald in den Schwalm-Eder-Kreis. Gegen die Ostvariante durch den Werra-Meißner-Kreis hatte sich entlang der Trasse erheblicher Widerstand von Bürgerinitiativen formiert.

Zwei Varianten

Inzwischen sieht E.ON beide Varianten offenbar als gleichwertig an. Projektleiter Jens Siegmann von Transpower: „In Niedersachsen lassen wir sogar fünf Varianten im Raumordnungsverfahren prüfen, in Hessen sind es zwei.“ Präferenzen gebe es keine, welche Trasse letztlich am besten geeignet sei, werde von den Regierungspräsidien geprüft und entschieden.

Siegmann: „Wir können nur die Fakten auf den Tisch legen, das ist ein offenes Verfahren.“

Noch keine Details

Details zur Planung will das Unternehmen derzeit noch nicht bekanntgeben. Siegmann verwies auf eine Pressemitteilung, die am Mittwoch nächster Woche herausgegeben werden solle.

Angestrebt werde jedenfalls ein Verfahren, das parallel in Hessen und Niedersachsen laufe. Am 7. Juni werde es in beiden Ländern Informationsveranstaltungen geben, die für den hessischen Bereich würden in Melsungen und Abterode stattfinden.

An beiden Informationsveranstaltungen werden auch Fachleute des Regierungspräsidiums teilnehmen, kündigte RP-Sprecher Michael Conrad an. In dem jetzt beginnenden Raumordnungsverfahren werde geprüft, auf welcher Linienführung die geringsten Widerstände zu erwarten sind und wo die Stromleitung am einfachsten und mit den geringsten Störungen gebaut werden könnte. Conrad: „Eine detaillierte Trassenplanung gibt es erst im Planfeststellungsverfahren.“ An dessen Ende steht der Planfeststellungsbeschluss und damit Baurecht. Erst dagegen könnte dann geklagt werden.

Die Unterlagen für beide Trassenvarianten werden laut Conrad ab Mitte Juni bis Ende August in den Rathäusern ausliegen, aber auch im Internet auf der Seite des RP Kassel einzusehen sein. Eigentlich müssten die Pläne nur vier Wochen ausliegen, wegen der Sommerferien werde die Frist aber verlängert.

Stellungnahmen würden dann in den Rathäusern gesammelt.  hintergrund

Von Thomas Stier

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