Brief aus Bad Salzungen: Ein Stromausfall und die Jagd auf Pokémon

Liebe Leserinnen und Leser im der Hersfelder Zeitung, ohne Strom mussten viele Bewohner der Bad Salzunger Innenstadt am Montag- und Dienstagabend jeweils eine Stunde ausharren. Ein Transformator war defekt. Mitten im Sommer, wo es lange hell ist, eigentlich nicht so schlimm. Aber die liebe Technik machte Probleme. Server wurden heruntergefahren, Computer verschluckten sich. Wieder einmal wurde allen vor Augen geführt, wie abhängig wir mittlerweile von der Technik sind.

Ängste hatten deshalb auch Stromkunden im Wartburgkreis, die von Care Energy die Kündigung ihrer Stromverträge erhalten hatten. Tage oder Wochen bei Kerzenlicht, ohne Kommunikationsmittel, Computer und TV-Gerät, ohne Kühlschrank, Staubsauger, Waschmaschine und Geschirrspüler: einfach unvorstellbar. Doch Verbraucherberaterin Katja Kleimenhagen konnte beruhigen. Niemand fällt ins Mittelalter zurück, die Grundversorgung wird gewährleistet. Etwas Stress bleibt, denn die Kunden müssen sich einen neuen Stromversorger suchen.

Suchen ist das Stichwort. Haben Sie sich auch bereits auf die Suche der Pokémon begeben? Viele erinnern sich sicher noch an die Sammelkarten. Der Nachwuchs war regelrecht verrückt danach. 742 dieser Wesen gibt es. Sie stehen für Feuer, Wasser und Boden. Sie können fliegen, schwimmen und laufen. Es sind gute Feen oder Kämpfer und sie tragen so komische Namen wie Bisasam, Glutexo, Schillok, Turtok oder Smettbo. Sollten Sie die Sammelkarten noch irgendwo im Kinderzimmer versteckt haben, holen Sie sie wieder hervor. Aber nur, um sich zu bilden, die Erinnerung zurückzuholen.

Denn Karten sind out. Wer mit der Zeit gehen will, lädt sich eine App auf sein Handy und begibt sich auf Pokémon-Suche. Nicht etwa in Amerika oder Asien – nein, am Burgsee in Bad Salzungen oder in der Innenstadt von Bad Hersfeld. Am Freitag erklärte eine junge Mutter ihrer achtjährigen Tochter beim Spaziergang am Burgsee in Bad Salzungen, warum sie sie nicht allein auf Pokémon-Suche gehen lassen kann. Recht hat sie, Eltern sollten ihre minderjährigen Kinder beim Pokémon-Run begleiten. Und allen Spielern muss klar sein, dass sie als Teilnehmer Bewegungsprofile im Netz hinterlassen, wo sie wohnen, arbeiten, einkaufen, spazieren gehen und die Freizeit verbringen.

Einen Vorteil hat das neue Spiel, dem bereits Millionen Menschen weltweit verfallen sind, Niemand sitzt mehr „daddelnd“ im Sessel. Bewegung ist angesagt. Denn um die Pokémons zu fangen, muss man laufen, laufen, laufen ... Vielleicht haben sich Pokémons auch auf den vielen Sommerbaustellen in Thüringen und Hessen versteckt. Aber Vorsicht, fallen Sie nicht in die Baugrube oder verpassen die Grünphase an den vielen Baustellenampeln.

Wer diesem ganzen Hype entgehen möchte und Chris de Burgh-Fan ist, kann sich aber auch ein besonderes Konzert gönnen. Chris de Burgh kommt am Samstag, 30. Juli, ins „Erlebnis Bergwerk Merkers“. Die Einfahrt in den größten Konzertsaal 500 Meter unter der Erde beginnt um 18 Uhr. Das Konzert fängt um 20 Uhr an. Es gibt noch Restkarten bei MG-Concerts, Völkershäuser Straße 32, 36404 Vacha, Telefon 036962/24657, Fax 036962/51936, Mobil: 0170 9611131, E-Mail: info@mg-concerts.de, www.mg-concerts.de.

Ute.Weilbach@stz-online.de

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