Die technische Abteilung im Klinikum sorgt für einen reibungslosen Energiefluss

Strippen ziehen für die Medizin

Sechs Monate dauerte der Einbau der Lüftungszentrale für die neue Strahlentherapie und Nuklearabteilung im Klinikum Bad Hersfeld. Auszubildender Oliver Aumann (links) hat dabei von seinem Meister Georg Barth viel gelernt. Foto: Kimpel

Bad Hersfeld. „Die Schaltschränke für die Regeltechnik sind locker 15 Meter lang“, ist Oliver Aumann, angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, noch immer beeindruckt. Er absolviert seine Ausbildung nicht etwa in einem großen Industriewerk, sondern im Klinikum Bad Hersfeld. Dessen technische Versorgung mit elektrischer Energie, Notstrom, Wärme, Kälte und Lüftung ist enorm. Allein der jährliche Stromverbrauch von 5,9 Millionen Kilowattstunden entspricht dem der Großgemeinde Friedewald.

Um rund um die Uhr den Energiefluss zu gewährleisten arbeiten in der technischen Abteilung des Hauses 20 Mitarbeiter in der Medizintechnik, Schlosserei und im Metallbau, sind Schreiner, Maler, Elektriker und Schwachstromelektriker im Einsatz. Und seit eineinhalb Jahren auch der 18-jährige Oliver Aumann.

Mit dem jungen Mann bildet das Klinikum auf diesem Sektor gezielt Nachwuchs aus; in 2008 wurde die Ausbildungsstelle für einen Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik neu geschaffen. „Unsere technische Abteilung muss sehr viel mehr leisten als nur den Stromtransport“, erklärt Verwaltungsdirektor Heino Stange und nennt als Beispiele den zentralen OP mit einer besonderen Ersatzstromversorgung mit riesigen Batterieeinheiten und einem eindrucksvollen Dieselmotor, die Einrichtung des neuen Linksherzkathetermessplatzes oder die Installation der Lüftungszentrale für die neue Strahlentherapie und Nuklearabteilung.

Bei all diesen Anschlüssen hat Oliver Aumann tatkräftig geholfen und von seinen Elektromeistern Georg Barth und Gerd Waldeck viel gelernt. „Ich bin der Einzige in unserer Berufsschule, der während der Ausbildung die Anschlüsse ganzer Industrieanlagen miterlebt“, betont der junge Mann nicht ohne Stolz. Alles was zu seinem Arbeitsfeld gehört, hat er schon kennen gelernt. Von seinen Mitschülern weiß er, dass die meisten im ersten Lehrjahr nur Kabelschlitze stemmen. „Eigentlich benötigt unser Azubi keine Lehrwerkstatt“, bestätigt der stellvertretende Personalleiter Horst Diebel. Dennoch hat das Klinikum für Oliver Aumann einen Kooperationsvertrag mit einer Elektrofirma in Bad Hersfeld geschlossen.

Wichtiges Mitglied

Bei den Um- und Erweiterungsbauten, die das Klinikum in naher Zukunft vornimmt, ist Oliver Aumann ein wichtiges Mitglied der technischen Abteilung. Im April wird das Isoliergebäude abgerissen, an seiner Stelle die neue Klinikküche gebaut. Zusammen mit seinen Kollegen wird der junge Mann dafür sorgen, dass die Stromversorgung ins Zentralgebäude bestehen bleibt.

Auf dem neuen Küchentrakt wird dann das neue Bettenhaus Ost errichtet, mit Zweibett-Zimmern als Regelleistung. Nach dem Umzug der Stationen erfolgt die Komplettsanierung des bestehenden, alten östlichen Bettenhauses. Bei all diesen Neu- und Umbauten wird auch Oliver Aumann für die notwendige Energie- und Gebäudetechnik sorgen.

Hintergrund

Von Birgit Kimpel

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