Geistalschüler der AG Handarbeit werkeln mit den Senioren im Curanum

Stricken verbindet Alt und Jung

Generationentreff: Schülerinnen der Bad Hersfeld Gesamtschule Geistal besuchen die Bewohner des Curanums, um mit ihnen zu reden, aber auch zu basteln oder zu stricken. Foto: ast

Bad Hersfeld. Voneinander lernen und profitieren sollen die Bewohner des Curanums und die Geistalschüler, die regelmäßig mit ihnen basteln oder stricken. Seit 20 Jahren existiert das Seniorenpflegezentrum Haus Wendeberg, das seit 2001 von der Curanum Betriebs GmbH betrieben wird. Alle Einrichtungen sind in das öffentliche Leben integriert und verstehen sich als Zentrum der Begegnung aller Generationen. Diese Maxime war auch der Ausgangspunkt für die Kooperation zwischen der Gesamtschule Geistal und dem Curanum.

Voneinander lernen

Einrichtungsleiter Ralf Freund und Ute Junghanns, Lehrerin und AG-Betreuerin, sehen in dem Austausch von persönlicher Geschichte und Geschichten für beide Seiten vielversprechende Erfahrungs- und Bereicherungsmöglichkeiten. Neben der Förderung von sozialen Kompetenzen wie Verständnis und Rücksichtnahme, lernen die Jugendlichen und Bewohner, sich gegenseitig zu helfen und entwickeln Freude am gemeinsamen Tun. Die Kinder werden im Rahmen ihrer Arbeitsgemeinschaft Handarbeit – Basteln, Nähen, Stricken, Kochen, Backen – nach dem Unterricht mit dem Curanum-Bus abgeholt und nach den AG-Stunden wieder zurück gebracht. Ute Junghanns hat für die Gruppe ein abwechslungsreiches Programm zusammen gestellt: Stricken, Gestaltungsarbeiten mit Papier, für die Männer Bastelarbeiten mit Metall, Backen von Crêpes oder die Kreation von Snacks. Dem Trend folgend ist das „Einstricken“ ein weiteres Thema. So wird die Säule in der Eingangshalle vom Curanum in den Farben der Geistalschule mit Wolle verschönert, im Gegenzug wird der Stamm des zentralen Baumes auf dem Schulhof in den Curanumfarben „eingestrickt“.

Die Männer schleifen aus Kanthölzern große Würfel, alte Schulstühle werden abgeschliffen, farbig gestrichen und als Blumenbänke umgearbeitet. Die Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung können bei einer Schulführung das Alltagsleben der Schüler kannenlernen. Ein Sommerfest mit selbstgepressten Früchtecocktails wird zum Ende dieses Schuljahrs den Abschluss der Aktion bilden.

Bewohnerin Käthe Rehbein aus Heenes freut sich über die Kooperation: „Ich habe mit den Mädels über mein Leben in Heenes gesprochen. Wir haben dann festgestellt, dass wir gemeinsame Bekannte haben.“ Heimbeiratsvorsitzender Hans Hagemann ergänzt: „Das Zusammensein mit den Kindern und der Gesprächsaustausch haben Abwechslung in den Alltag beider Generationen gebracht. Überrascht war ich, wie höflich und einfühlsam die Mädchen mit uns Senioren umgegangen sind. Wir hatten ja einige über 90-Jährige in der Gruppe dabei.“

„Die Schülerinnen haben wichtige Erfahrungen gemacht, und neben den Einschränkungen alter Menschen auch deren Ressourcen und Fähigkeiten im Alter kennengelernt“, resümiert Freund. (ast)

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