Streit unter Nachbarn und ein umstrittener Pferdestall

Hallo, liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung,

um einen Nachbarschaftsstreit mit Worten und Mistgabel ging es am Amtsgericht in Bad Salzungen. Ein Mann hatte einen Herren von nebenan wegen mehrfacher Beleidigung und Bedrohung – wobei die Worte „Abstechen“ und „Umbringen“ gefallen sein sollen – angezeigt. Hinzu kam eine Sachbeschädigung, bei der als Tatwerkzeug eine Mistgabel gedient haben soll. Was der Rentner, der sich wegen der Vorwürfe verantworten musste, dazu sagt, wurde nicht erörtert: Er hatte sich kurz vor der Verhandlung krank gemeldet – ohne Attest. Deshalb beantragte die Staatsanwältin die Umwandlung in ein Strafbefehlsverfahren und der Richter erließ den Strafbefehl. Demzufolge muss der Mann 1700 Euro zahlen. Legt er Einspruch ein, wird ein neuer Prozess-Termin festgelegt.

Erstaunlich für manchen Städter, der Landleben mit Tierhaltung verbindet, dürfte eine Entscheidung der Gemeinde Barchfeld sein: In dem bei Bad Salzungen gelegenen Dorf sind Pferde unerwünscht. Der Antrag einer Barchfelderin, die inmitten des Ortes einen Stall für ihre beiden Pferde bauen wollte, wurde abgelehnt. Obwohl die Frau beteuerte, sie halte die Tiere eigentlich ganzjährig auf der Weide. Es habe jedoch vor allem bei längeren Regen- und Kälteperioden immer wieder Beschwerden beim Veterinäramt gegeben. Deshalb wollte sie mit dem Stall eine Lösung schaffen, die Pferde zu diesen Zeiten unterzustellen. Den anfallenden Mist plante sie auf einem Hänger zu lagern und mehrmals wöchentlich abzufahren. Barchfeld sei ein ländlich geprägtes Dorf, „weswegen ich den Stall nicht als Schaden, sondern als Bereicherung für die Gemeinde sehe“, erklärte sie vor dem Ortsparlament. Ohne Chance.

Die Gemeinde habe den Antrag geprüft und befunden, dass der Bau eines Pferdestalls nicht zulässig ist, hieß es. Nach Einschätzung der Bauverwaltung befindet sich das betreffende Grundstück in einem allgemeinen Wohngebiet, in dem nur Kleintierhaltung erlaubt sei. Zwei Pferde seien aber keine Kleintiere. Hierzu gebe es bereits Gerichtsurteile. Die endgültige Entscheidung obliegt jedoch der Bauaufsicht des Wartburgkreises. Und ein Ratsmitglied schlug vor, die Verwaltung solle gemeinsam mit der Pferdebesitzerin Alternativen suchen. Vielleicht findet sich ja doch noch eine Lösung für die Dame und ihre Tiere.

Die Ostband Karat – durch ihren Hit „Über sieben Brücken musst du gehen“, den Peter Maffay später nachsang, sicher auch manchem Altbundesbürger bekannt – ist auf Abschiedstour. Die Karten für das Konzert am 16. Mai im Erlebnis-Bergwerk Merkers waren in Windeseile ausverkauft. Deshalb gibt es am Sonntag, 17. Mai, um 16 Uhr ein Zusatzkonzert.

beate.funk@stz-online.de

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