Brückenbau in Friedlos sorgt für Unruhe in Kathus – Verkehr zur Deponie rollt durchs Dorf

Streit um die Sanierung

Klaus Fleischhauer (hinten stehend) brachte die Errichtung einer finanzierbaren Notbrücke in die Diskussion ein. Die Verbandsvorsitzende Elke Künholz (links stehend) versprach eine Prüfung der Vorschläge der Kathuser Bürger. Foto: Roth

Kathus. In einer gut besuchten Bürgerversammlung in der Kathuser Solztalhalle informierte der Abfallwirtschaftszweckverband (AZV) des Landkreises Hersfeld-Rotenburg über die geplante Sanierung der Fuldabrücke in Friedlos. Ab April 2011 soll die bisherige Zufahrt zur Deponie am Mittelrück deshalb voll gesperrt werden.

Die Zweckverbands-Vorsitzende und Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, der Geschäftsführer des AZV, Georg Körner, und sein Stellvertreter Gerd Keidel erläuterten die vorgesehene Umleitung, die durch Kathus führen wird. „Nach den Erfahrungen mit Stuttgart 21 wollen wir die Bürger umfassend im Vorfeld informieren. Wir nehmen ihre Bedenken ernst“, stellte Elke Künholz in der Begrüßung fest. „Aber wir können nicht allen gerecht werden.“

Georg Körner berichtete über die Situation am Mittelrück und die Aufgaben des Entsorgungszentrums. Nach den Darstellungen von Gerd Keidel wird der Oberbau der Brücke innerhalb von sechs Monaten erneuert.

Altbürgermeister Wilfried Blum (Ludwigsau) wies darauf hin, dass bereits zu seiner Amtszeit die historischen Brückenpfeiler nicht mehr ausreichend tragfähig gewesen seien, trotzdem sollen sie jetzt erhalten bleiben. Er bezweifelte auch die Zuständigkeit des AZV für den Brückenbau. „Die Brücke ist Eigentum des Landkreises. Dafür Mittel des AZV zu verwenden, ist juristisch bedenklich. Anfechtungen der Gebührenbescheide sind nicht ausgeschlossen.“

Belastung minimieren

Eine Reduzierung der Müllmenge durch andere Umschlagsmöglichkeiten soll nach Planungen des AZV die Belastung in Kathus minimieren. Veränderte Öffnungszeiten sollen verhindern, dass während der Schulverkehrszeiten zusätzliche Gefährdungen entstehen. Außerdem sind Halteverbotszonen und eine Ampelregelung in Kathus vorgesehen.

In der sachlichen Diskussion kritisierten die Kathuser Bürger die projektierten Maßnahmen. „Der Ortsbeirat Kathus stimmt den Maßnahmen in der jetzigen Form nicht zu“, erklärte Ortsbeiratsmitglied Manfred Heyer. Klaus Fleischhauer brachte den Vorschlag einer finanzierbaren Notbrücke in die Diskussion ein.

„Wir werden all ihre Einwendungen ernst nehmen und weitere Alternativen prüfen,“ fasste Elke Künholz am Ende zusammen. Trotzdem schien für die Kathuser das Unwort des Jahres „alternativlos“ im Raum zu bleiben.

Von Rolf Roth

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