Torsten Warnecke löst Michael Roth als Vorsitzenden der SPD Hersfeld-Rotenburg ab

Streit gehört zum Geschäft

Heinebach. Ein neuer Steuermann soll die Geschicke der SPD im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in turbulenten Zeiten lenken: Torsten Warnecke. Der Landtagsabgeordnete aus Bad Hersfeld wurde beim Unterbezirksparteitag am Samstag im Kompetenzzentrum der Kirchner-Solar-Group im Alheimer Ortsteil Heinebach mit überwältigender Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks gewählt.

88 Vertreter der SPD-Ortsvereine im Landkreis stimmten für Warnecke. Ein Vertreter stimmte mit Nein. Enthaltungen gab es nicht.

Warnecke (48) ist auch Mitglied der SPD-Fraktionen im Kreistag und im Bad Hersfelder Stadtparlament. Er löst Michael Roth (41) ab. Der Bundestagsabgeordnete aus Heringen, der zehn Jahre Vorsitzender des SPD-Unterbezirks war, trat nicht wieder zur Wahl an.

„Ich habe in den vergangenen Jahren eine Reihe neuer Aufgaben übernommen. Da ich meine Aufgaben möglichst gut machen will, habe ich mich entschieden, für dieses Amt nicht mehr zu kandidieren“, sagte Roth. „Ich bin seit 24 Jahren dort, wo ich mich wohlfühle – in eurer Mitte –, und das soll auch so bleiben“, betonte Roth.

Der Bundestagsabgeordnete erinnerte an die Menschen, die bei dem Attentat in Norwegen ums Leben kamen. „Sie wurden ermordet, weil sie Sozialdemokraten sind“, sagte er. Die SPD stehe für Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit. „Offenbar gehören diese Ideen noch nicht zum Allgemeingut, sondern fordern Menschen heraus, etwas ganz Schlimmes zu tun“, betonte Roth. „Deshalb sollten wir weniger über Schlaglöcher und die Organisation des nächsten Wahlkampfes reden und mehr über die Verwirklichung dieser Ideen“.

Fast 50 Neue

„Mit fast 50 neuen Mitgliedern im nicht einfachen Jahr 2010 haben wir vermutlich mehr Neumitglieder, als so manche andere Partei insgesamt an Mitgliedern hat“, betonte Torsten Warnecke in seiner Rede.

„Wir müssen uns wieder verstärkt mit den Grundlagen des Weltwirtschaftssystems auseinandersetzen“, forderte der neue Unterbezirksvorsitzende. „Wenn es richtig ist, dass bei einem Welt-Bruttosozialprodukt von gut 40 Billionen Euro Finanztermingeschäfte im fünfzigfachen Umfang jährlich getätigt werden, dann stimmt etwas nicht“, erklärte Warnecke. Auf jeden Euro, der durch die Arbeit von Händen oder Köpfen verdient worden sei, seien somit 50 Euro Spekulation gekommen. Das sei absurd und müsse dringend besteuert werden.

Mit ihm als neuem Vorsitzenden werde manches vielleicht konfrontativer werden, versprach Warnecke. Politischer Streit gehöre aber zum Geschäft. Die Frage sei, wie man ihn kläre. SPD-Wahlen

Von René Dupont

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