Protestmarsch durch Bad Hersfeld – Notversorgung gewährleistet

Streik im Klinikum: Ärzte wollen mehr Geld

Protestmarsch durch Bad Hersfeld – Notversorgung gewährleistet

Bad Hersfeld. Der bundesweite Streik der Klinikärzte hat den Landkreis Hersfeld-Rotenburg erreicht: Mehr als 30 Mediziner des Klinikums Bad Hersfeld zogen gestern mit Trillerpfeifen durch die Innenstadt, um für ein höheres Gehalt und eine bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten zu protestieren.

Bereits seit Mitte des Monats wird an kommunalen Krankenhäusern protestiert. Zu den Streiks aufgerufen hatte nach gescheiterten Tarifverhandlung die Interessenvertretung der Ärzte, der Marburger Bund. Mehr als 15 000 Mediziner an 200 Standorten sind bereits in den Ausstand getreten. Mit Ausnahme von Berlin und Hamburg sind alle Bundesländer von den Streiks betroffen.

Rücksicht auf Patienten

Den Medizinern geht es nicht ausschließlich um mehr Geld: „Das Gehalt ist für mich zweitrangig. Mir geht es um die Arbeitsbedingungen“, sagte eine Unfallchirurgin. „Wir sind ständig übermüdet, müssen am Besten an fünf Stellen gleichzeitig sein und nach einer Nachtschicht ohne Pause weiterarbeiten.“

Martin Ködding, Geschäftsführer des Klinikums, wollte sich zu den Tarifverhandlungen nicht äußern. Er gab jedoch zu Bedenken: „Gemessen an dem, was den übrigen Beschäftigen der Krankenhäuser bei Tarifverhandlungen in der Vergangenheit zugestanden wurde, liegen die Forderungen der Ärzte zu hoch. Ob solche Unterschiede innerhalb eines Betriebes wünschenswert sind, ist fraglich.“

Ködding hob zugleich die Kooperationsbereitschaft der Ärzte hervor: „Die Zahl der Streikteilnehmer ist niedriger, als wir erwartet hatten. Hier wurde mit Augenmaß agiert, sodass wir nur sehr wenige Operationen absagen mussten.“

Die Ärzteschaft des Bad Hersfelder Klinikums will sich heute erneut versammeln, um über eine mögliche Fortsetzung des Streiks zu beraten. Hintergrund, Zum Tage

Von Sonja Broy

Kommentare