Streik-Ärger, Angstschweiß und eine frohe Botschaft

Karl Schönholtz

Das, was Gewerkschaftsboss Claus Weselsky den Kunden der Deutschen Bahn mit dem maßlosen Lokführer-Streik antut, trifft auch bei uns die Menschen in allen Lebensbereichen: Die einen haben Probleme, ihren Arbeitsplatz in Frankfurt oder Erfurt zu erreichen, die anderen müssen sehen, wie sie am Wochenende zur Familie oder zur Liebsten nach Berlin oder anderswo kommen. Von Gelegenheits-Bahnfahrern einmal ganz abgesehen. Und dann trifft es Volk und Politik auf einmal: Der heimische Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) hatte für seine jüngste Bildungsfahrt in die Hauptstadt die Bahn gebucht. Eine Absage hätte bei 50 Teilnehmern aus dem Wahlkreis für lange Gesichter gesorgt, denn die Plätze für diese Kurzreisen sind heiß begehrt, und ein Ersatztermin wäre nicht leicht zu organisieren gewesen. Alles andere als einfach war dann auch der Umstieg auf den Bus, denn bei den Unternehmen war die Nachfrage durch den Bahn-Streik ohnehin schon groß gewesen. Aber Heiderich & Co. haben es geschafft, auch wenn ihre Sympathie für Herrn Weselsky dadurch nicht gestiegen sein dürfte. Verständlich.

Dass schon in vier Wochen die Bad Hersfelder Festspiele eröffnet werden, lässt bei Vielen die Vorfreude wachsen, treibt anderen aber den Angstschweiß auf die Stirn: So viel ist noch zu proben, zu tun, zu organisieren, zu verabreden und zu bedenken. Nur ein Beispiel: Bühne und Tribüne für die „Sommernachtsträumereien“ haben zumindest gedanklich noch einmal den Standort gewechselt, weil am bisherigen Platz ein paar Unebenheiten und ein paar abendliche Sonnenstrahlen zu viele Probleme gemacht hätten. Auch bei uns in der Redaktion entsteht vor Beginn der Festspiele ein gewisser Zeitdruck: Die alljährliche Beilage mit Informationen, Bildern und Geschichten rund um das Theater in der Stiftsruine und am Eichhof will geschrieben und illustriert werden – wie immer vor, nach und neben der eigentlichen Arbeit, denn das lokale Geschehen macht ja nicht einfach Pause, nur weil in Bad Hersfeld Festspiele stattfinden.

In gewisser Sorge um ihre Räumlichkeiten befanden sich die im „Haus der Begegnung“ beheimateten Vereine – darunter der Ausländerbeirat –, nachdem Bürgermeister Thomas Fehling in der Haushaltsrede 2013 eine mögliche Kündigung des seiner Ansicht nach allzu teuren Mietvertrages erwähnt hatte. Die betroffenen Organisationen besprachen sich daraufhin untereinander und formulierten einen gemeinsamen Brief an den Magistrat. Dieser blieb jedoch unbeantwortet, wie aus dem Jahresbericht 2014 des Ausländerbeirats hervorgeht.

Eine Antwort gab es jedoch, als meine Kollegin Nadine Maaz bei der Stadt nachfragte. Pressesprecher Meik Ebert versicherte, es werde für die Vereine alles beim Alten bleiben, niemand müsse fürchten, demnächst ausziehen zu müssen.

Diese Nachricht gab die Kollegin dann bei nächstbester Gelegenheit auch an den Ausländerbeirat weiter – einerseits sehr zur Erleichterung des Gremiums, andererseits auch zu dessen Verwunderung, weil der Überbringer der frohen Botschaft nicht von offizieller Stelle kam. Was da bei der internen Kommunikation nicht geklappt hat, das wissen wir allerdings auch nicht.

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