Informationsabend mit Grünen-Bundestagsabgeordneter Nicole Maisch zum Fracking

Stopp mit schwarzer Hand

Viele Argumente gegen Fracking: Die trug Grünen-Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch am Montagabend in Heinebach vor. Alle Fotos: Meyer

Heinebach. Das Symbol, das die Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch in ihrer Präsentation verwendete, ist eindeutig. Eine schwarze Hand mit gespreizten Fingern und Stoppschild signalisiert: Wir sind dagegen. Zusammen mit dem Grünen-Fraktionschef im Kreistag, Jörg Althoff, und Christa Hecht von der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft informierte die Kasseler Grünen-Politikerin Maisch im Heinebacher Haus der Generationen über das sogenannte Fracking – eine umstrittene Methode der Erdgasgewinnung.

Bei Fracking handelt es sich um eine Bohrtechnik, bei der Gestein unterirdisch durch unter Druck gesetztes Wasser aufgebrochen wird. Auf diese Weise entstehen Risse, durch die das Erdgas Richtung Bohrloch strömt. Während diese Technik in Niedersachsen schon seit Jahrzehnten genutzt werde und auch in Nordrheinwestfalen bereits zur Anwendung gekommen sei würden in Hessen momentan erst „die Claims abgesteckt“, erklärte Maisch.

Bislang nicht bewilligt

Das kanadische Unternehmen BNK Petroleum habe Anträge gestellt, die aber bislang nicht bewilligt worden seien. Das Gebiet, um das es dabei gehe, umfasse große Teile Nordhessens. Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg sei nur teilweise betroffen – unsere Zeitung berichtete. Die Gemeinde Alheim beispielsweise liege innerhalb dieses Gebietes.

Nicole Maisch machte ihre Bedenken gegen die Fracking-Technik deutlich: Dem Wasser würden verschiedene Chemikalien beigemischt, die Grund- und Trinkwasser verseuchen könnten. Der Wasserverbrauch sei hoch, außerdem stelle sich die Frage, wie das verseuchte Bohrlochwasser hinterher gereinigt oder entsorgt werde. Der Flächenverbrauch sei ebenfalls hoch, die Bohrungen brächten Lärm und Verkehr mit sich.

Der Kreistag, so Althoff, habe sich gegen Fracking ausgesprochen. Das laufende Genehmigungsverfahren sei auf Eis gelegt, sagte Maisch. Die hessische Umweltministerin warte auf Gutachten.

Christa Hecht verwies auf die große Bedeutung des Grundwassers bei der Wasserversorgung und bemängelte, dass die öffentliche Wasserwirtschaft bei der Bearbeitung von Fracking-Anträgen nicht eingebunden werde. Hecht: „Es ergibt sich ein riesiges Problem für die Kläranlagen, wenn nicht bekannt ist, welche Chemikalien im Wasser sind.“

Von Achim Meyer

Kommentare