Am heutigen Feiertag werden viele Männer mit kreativen Geschenken überrascht

Stinksocken mit Idealmaß

Spezielles Herrengedeck: Anita Jungmann (links) und Andrea Celik zeigen die Herrenhandtasche der Parfumerie Weber. Die Kirche kritisiert den Kommerz rund um den christlichen Feiertag. Foto: Broy

Bad Hersfeld. Die Jüngsten greifen zu Tassen, Kuscheltieren und Pralinen, die Älteren bevorzugen schlüpfrige Aufmerksamkeiten für den Papa – am heutigen Vatertag können sich viele Männer auf ausgefallene Geschenke freuen.

„Die jungen Kunden greifen noch zum Becher mit der Aufschrift „Bester Papa der Welt“. mit 15, 16 Jahren wird es kurioser und schlüpfriger“, berichtet Rosi Wollrath von einem Geschenkeladen in der Bad Hersfelder Innenstadt.

Vanille-Sahne-Likör mit dem doppeldeutigen Namen Popsy. Kissen in Form der weiblichen Brust. Ein Maßstab, der „Ideal-Maße“ prognostiziert und optisch durch eine Bikini-Schönheit aufgewertet wird.

Eine Hand voll Kleingeld

Die Dauerbrenner unter den Herrengeschenken, Socken, waren sogar vergriffen. Natürlich passend zum Vatertag versehen mit einer liebevollen Stickerei: Papas Stinksocken.

„Muttertag wird stärker nachgefragt“, sagt Tanja Thierling vom Süßwarenladen Viba Sweets. „Viele Kinder wollen aber auch ein Geschenk für Papa und stehen dann mit einer Hand voll Kleingeld vor der Theke, das ist schon rührend.“

In der City-Galerie gab es in den vergangenen Tagen Bierkästen zu bestaunen. Die verschönerten nicht etwa den Eingang eines Getränkemarktes, sondern den der Parfumerie Weber. Dort gab es zum Herrenduft eine Herrenhandtasche als Papp-Träger, gefüllt mit Bierflaschen dazu. „Eine Frau meinte, dass ihr Mann sicher nur auf das Bier achtet. Zum Schluss wird er sich wundern, warum da noch ein Karton im Träger liegt“, sagt Andrea Celik und lacht.

Dekan Ulrich Brill vom evangelischen Kirchenkreis kann mit dem Begriff Vatertag wenig anfangen: „Das ist für mich ein Unwort.“ Er erinnert an den kirchlichen Hintergrund des Feiertages: „Das ist ein freier Tag, weil wir die Berührung zwischen Himmel und Erde feiern. Nicht die Väter.“

Von Sonja Broy

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