Bürgerinitiative in Bad Hersfeld fühlt sich vom Aktionsplan der Bahn vernachlässigt

In Stimmung für Lärmschutz

Bad Hersfeld. Ein Zusammenschluss von Bürgern in Bad Hersfeld, denen der Lärm der Bahnstrecke in Bad Hersfeld an den Nerven zerrt, fordert von den Behörden eine Verbesserung des Immissionsschutzes.

Gerhard Klee und Gerhard Deiseroth, die als Sprecher der Bürgerinitiative auftreten, fordern jetzt auch in einer Pressemitteilung das Kasseler Regierungspräsidium und die Kreisstadt Bad Hersfeld auf, im Rahmen des Lärmaktionsplanes Hessen – Teilplan Schienenverkehr – auch Lärmschutzmaßnahmen entlang der Schienenstrecke nördlich des Bahnhofes Bad Hersfeld vorzusehen, also auch für die Wohnbereiche Friedloser Straße, Am Steffen, Beckersgraben, Gotzbertstraße, Am Wendeberg und im Zellersgrund.

Anlass für den Vorstoß der Initiative ist der kürzlich zur 2. Öffentlichkeitsbeteiligung vorgelegte „Lärmaktionsplan Hessen-Teilplan Schienenverkehr.“

Die Vorlage listet die in Planung befindlichen Lärmschutzmaßnahmen nach dem Lärmsanierungsprogramm an Eisenbahnstrecken des Bundes auf.

Schluss am Bahnhof

Danach sollen im Streckenabschnitt Fulda-Bebra im Bereich der Ortsdurchfahrt Bad Hersfeld von Kilometer 149,9 bis Kilometer 153,4 Schallschutzwände zwischen zwei und drei Meter Höhe errichtet werden. Als geplanter Realisierungszeitraum ist das Jahr 2013 angegeben. Erkundigungen der Initiative haben ergeben, dass die Schallschutzwände von Süden kommend nur bis zum Bahnhof Bad Hersfeld reichen.

„Die Bewohner der Wohnbereiche vom Bahnhof bis zum Ortsausgang Bad Hersfeld Richtung Norden können nicht nachvollziehen, warum dieses ebenso belastete Gebiet keine Lärmschutzwände erhalten soll“, schreibt Gerhard Deiseroth, der selbst Am Steffen wohnt, in der Pressemitteilung. Durch den ansteigenden Hang seien nicht nur die Friedloser Straße, sondern auch die Straßen Am Steffen, Beckersgraben, Gotzbertstraße, Wendeberg sowie Zellersgrund erheblich belastet. Insgesamt befahren fast 90 000 Züge im Jahr diesen Streckenabschnitt. Aus Gründen der Gleichbehandlung fordern die betroffenen Bürger, dass auch in diesem Streckenabschnitt also vom Kilometer 153,4 bis zum Ortsausgang Bad Hersfeld auf weiteren anderthalb Kilometern ebenfalls Lärmschutzwände geplant und errichtet werden.

Noch geht etwas

Nach Angaben des Kasseler Regierungspräsidiums können dort noch bis Anfang Januar 2012 Anregungen und Bedenken geltend gemacht werden. „Alle Betroffenen sind aufgerufen, sich an das Regierungspräsidium Kassel und die Kreisstadt Bad Hersfeld zu wenden, um auch Lärmschutzmaßnahmen für dieses Gebiet zu erreichen“, appelliert die Bürgerinitiative. Bei der Stadt Bad Hersfeld haben die Sorgen und Nöte der Bürger ein offenes Ohr gefunden, versicherte Horst Gerlich, der Referent des Bürgermeisters. Im Rathaus sind zwischen 30 und 40 Eingaben von Anwohnern eingegangen.

Sie wurden gebündelt, und sollen beim Regierungspräsidium eingereicht werden, sagte Martin Bode vom Fachbereich Technische Dienste. Stadtplaner van Horrick ist damit befasst, bei Bahn und Behörden eine Ausweitung des Lärmschutzes im Sinne der Anwohner zu erreichen. Näherer Auskünfte zum Stand der Bemühungen waren gestern im Rathaus nicht erhältlich. (kh/red)

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