Bad Hersfelder Festspielkonzerte und Oper in der Stiftsruine: Die Zeit nach Heinrich

Stiftung zur Absicherung

Prof. Siegfried Heinrich (2.v.l.), Alf Rothe (ganz links) und Christa Heinrich (vorn rechts) freuen sich über den Überraschungsbesuch von Ministerpräsident Roland Koch mit seiner Ehefrau Anke (Mitte).

Bad Hersfeld. Um die kulturelle Arbeit der Bad Hersfelder Festspielkonzerte und der Oper in der Stiftsruine auf hohem Niveau abzusichern, denkt der Arbeitskreis für Musik (AfM) als Veranstalter über die Gründung einer Stifttung nach.

Dies geschehe auch vor dem Hintergrund erheblich eingeschränkter finanzieller Hilfen des Staates und der Kommunen, erklärte Professor Siegfried Heinrich, künstlerischer Direktor des AfM, in Gegenwart von Hessens Ministerpräsident Roland Koch beim Konzert des Heeresmusikcorps 2 am Samstag in der Stiftsruine.

Seit nunmehr fünfzig Jahren dirigiert Heinrich in der Stiftsruine Sinfonien, Opern, aber sehr bewusst, der Würde eines sakralen Raumes angemessen, auch viel geistliche Musik. Seine Sorge um die Erhaltung dieser Arbeit hatte einen konkreten Anlass.

Bühnenunfall als Anlass

Ein Bühnenunfall am vorletzten Sonntag in der Stiftsruine nach der Aufführung von Haydns „Die Schöpfung“ hätte Heinrichs Tätigkeit abrupt beenden können. „Es ist Zeit, nachzudenken, wer mir als dem künstlerischen Direktor assistierend zur Seite gestellt werden kann, um sich langfristig einzuarbeiten“, mahnte er.

Heinrich erinnerte daran, dass die kulturelle Arbeit des AfM seit 1961 durch die Stadt Bad Hersfeld, den Landkreis Hersfeld-Rotenburg, durch das Land Hessen und durch den Bund gefördert wird. Die Subventionen betragen etwa zehn bis 20 Prozent des Gesamtetats.

Der Etat zeige, dass die Leistungen ehrenamtlicher Mitarbeiter des Hersfelder Festspielchores, des Frankfurter und Marburger Konzertchores, der Verwaltung und aller Helfer vor und hinter der Bühne tragende Säulen der Arbeit des AfM von unschätzbarem Wert seien. Besonders dankte Heinrich den kurzfristig angereisten Ministerpräsidenten, der 2009 die Schirmherrschaft der Festspielkonzerte und Opernfestspiele in der Stiftsruine übernommen hatte.

Lichtpunkt der Region

Vor Konzertbeginn würdigte Koch in einer kurzen Ansprache die Verdienste von Heinrich. „Es gibt in Hessen nicht viele, die so eine Bilanz haben“. Rückblickend betrachtet er die Ruine als einen Lichtpunkt Richtung Osten. „Ein Lichtpunkt in der Region zu sein, ist eine große Verantwortung“, bekräftigt Roland Koch. Mit seinem spontanen Besuch wolle er vor allem seine Wertschätzung für die künstlerische Qualität der Aufführungen, die das Ergebnis der gemeinsamen Leistungen aller Beteiligten auf und hinter der Bühne ist, zum Ausdruck bringen.

Siegfried Heinrich bat nun darum, darüber nachzudenken, wer den Vorsitz der geplanten Stiftung übernehmen und wer als Förderer zur Beschaffung von Stiftungskapital beitragen könnte. (gs/red)

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