Gärtnereien leiden unter der anhaltenden Kälte

Stiefmütterchen sind jetzt Ladenhüter

Hersfeld-Rotenburg Auch die Gärtnereien im Kreis leiden unter dem anhaltenden kalten Winterwetter. Die Gewächshäuser sind voll mit Frühjahrsblumen, doch niemand will sie kaufen: Einpflanzen ist in dem gefrorenen Boden nicht möglich.

Eigentlich beginnt das Frühjahrsgeschäft der Gärtnereien bereits im März. Dieses Jahr ist das anders. „Wir geben die Hoffnung noch nicht auf“, sagt Jennifer Schäfer von Blumenhaus und Gärtnerei Hassebrauck in Obersuhl. Die Pflanzen seien noch schön und könnten verkauft werden. Das Problem sei eher der Platz in den Gewächshäusern: Frühlingsblumen wie Stiefmütterchen müssten eigentlich schon verkauft sein und Sommerblumen wie Geranien an ihre Stelle rücken. Schäfer hofft, dass das Geschäft mit den Frühlingsblumen in drei Wochen anläuft, bis dahin sind die Sommerpflanzen noch klein und das Platzproblem kann überbrückt werden.

Auch Udo Kühn von der Gärtnerei Kühn in Bad Hersfeld hofft, dass er in ein bis zwei Wochen Platz für die Folgekulturen schaffen kann. „Sobald sich das Wetter ändert, ist Bedarf da“, sagt er. Wird es bis dahin nicht wärmer, wird er die Blumen auf Freilandflächen stellen, raus aus dem Gewächshaus. Entsorgen möchte er die Pflanzen nicht gleich.

„Nach wie vor bietet sich eine erste Bepflanzung mit Stiefmütterchen an“, sagt Kühn. Die Eisheiligen im Mai sollten abgewartet werden, bevor die Sommerblumen ausgepflanzt werden.

„Was stockt, ist die Friedhofsbepflanzung“, sagt Karin Matz von Karin’s Blumenladen in Rotenburg. „Primeln und Stiefmütterchen stehen auf den Großmärkten und keiner kann sie kaufen.“ Einen Nachteil hat ihr Laden durch das kalte Wetter allerdings nicht: „Die Leute nehmen sich Frühlingskörbchen mit in die Wohnung“, erklärt sie.

Hintergrund

Zum Tage, Seite 2

Von Lara Sasse

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