Bad Hersfelder Festspiele: Die letzte Chance für den „Namen der Rose“

Sterben für den Glauben

Hüter des Glaubens: Der blinde Mönch Jorge von Burgos wacht über die Bibliothek und Bücher, die er für gefährlich hält. Gespielt wird er von Emanuela von Frankenberg. Foto:  drama-berlin, Iko Freese

Bad Hersfeld. „Der Name der Rose“ gilt seit der Premiere im Sommer 2011 als Kult-Inszenierung der Bad Hersfelder Festspiele und wird deshalb ab dem heutigen Freitag, 19. Juli noch einmal gezeigt.

Mit Sicherheit ist die einmalige Kulisse neben der hervorragenden Besetzung ein Grund für die Beliebtheit der Bad Hersfelder Inszenierung des Romans von Umberto Eco. Nirgendwo wirkt der Kloster-Krimi so authentisch und beeindruckend wie in den historischen Mauern der Stiftsruine. Besonders eine Nachtvorstellung, die es auch in diesem Jahr geben wird (in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 21. Juli, ab 1 Uhr) ist ein einmaliges Erlebnis.

Bewährte Besetzung

Das Publikum wird auch in diesem Sommer die bewährte Besetzung mit und um Bernd Kuschmann und Cyril Sjöström als „William von Baskerville“ und „Adson von Melk“ erleben. Auch der Chorverein Bad Hersfeld unter der Leitung von Helgo Hahn wird die Stiftsruine wieder mit gregorianischen Gesängen füllen.

Lediglich Andrea Cleven kann in diesem Jahr nicht das namenlose Mädchen spielen. Sie ist Anfang Juli Mutter geworden und Lea Willkowsky übernimmt die Rolle. Lea Willkowsky wurde 1988 in Bremen geboren und studierte von 2008 bis 2012 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Derzeit reist sie zwischen Bad Hersfeld und Bad Gandersheim – dort tritt sie als „Desdemona“ während der Festspiele auf – hin und her.

Die Vorstellungen von „Der Name der Rose“ in diesem Jahr werden die letzten sein und dementsprechend hoch war in den letzten Wochen bereits die Kartennachfrage.

Inhalt: Im Jahr 1327 reist der Novize Adson von Melk mit dem ehemaligen Inquisitor William von Baskerville in ein Benediktinerkloster in Ligurien. Die beiden Mönche sollen ein Treffen vorbereiten. Führende Franziskaner und Vertreter des Papstes wollen theologische Fragen zur Armut der Kirche diskutieren. Die Franziskaner, unterstützt von Kaiser Ludwig IV, kritisieren die Prunksucht des Papstes, der mit dem Kaiser um weltliche Macht streitet.

Als wäre das nicht schwierig und heikel genug, geraten sie auch noch in eine Art Kriminalfall. Der Abt des gastgebenden Klosters bittet den für seinen Scharfsinn bekannten William von Baskerville, einen mysteriösen Todesfall im Kloster aufzuklären. William nimmt die Spur auf und kann fünf weitere Morde in kurzer Zeit nicht verhindern. Während er forscht, bekommen wir tiefe Einblicke in das Leben und Sterben im Mittelalter und in Phänomene wie Ketzerei und Inquisition.

Die Spur führt William und Adson in die Klosterbibliothek, die von dem blinden Mönch Jorge von Burgos gehütet wird. Der alte Mann verbirgt in der Bibliothek das „Zweite Buch der Poetik“ des Aristoteles, der nach der Tragödie im ersten Band anscheinend hier die Komödie behandelt. Jorge von Burgos hält dieses wertvolle Buch für so gefährlich, dass er es auf keinen Fall in fremden Händen sehen will. Seine Begründung: „Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer den Teufel nicht mehr fürchtet, braucht keinen Gott mehr.“

Über dieser Frage kommt es zur Katastrophe in der geheimnisvollen Bibliothek. (red/zac)

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