Landwirtschaftliche Flächen im Kreisgebiet immer begehrter

Steigende Pacht setzt Bauern unter Druck

Hersfeld-Rotenburg. Die Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen im Kreis Hersfeld-Rotenburg steigen kontinuierlich. Nach Angaben von verschiedenen Seiten bewegen sie sich pro Hektar zwischen 100 und 400 Euro und auch schon darüber hinaus. Noch vor zehn Jahren lagen die Preise zwischen 60 und 220 Euro, erklärte Kreislandwirt Horst Taube auf Nachfrage.

Entlang der Fulda werde um Flächen gekämpft, sagt auch Friedhelm Diegel vom Kreisbauernverband. Beide sind sich einig, dass dieses Geld von den Landwirten nur mit Mühe wieder erwirtschaftet werden kann. Mit Milchproduktion könne man die hohen Pachtpreise nicht erzielen, meint Diegel, und spricht von einem gnadenlos brutalen Markt. Er rechnet damit, dass in absehbarer Zeit die EU-Flächenprämie wegfallen wird und die Pachtpreise wieder sinken werden, sonst könne „hier keiner mehr im Chor mitsingen“.

Die Flächenprämien von etwa 300 Euro pro Hektar werden in einigen Fällen über den Pachtpreis praktisch weitergegeben.

Eigentümer gewinnen

Die Gewinner sind meistens die Grundeigentümer, denn die Pachtpreise steigen, nicht aber das, was die Landwirte für ihre Produkte wie Getreide, Milch oder Fleisch erlösen.

Auch die noch in diesem Jahr zu erwartende neue Düngeverordnung ist ein Grund für steigende Pachtpreise, weil die Ausbringung von Gülle und Festmist strengeren Regeln unterworfen wird und die Landwirte dadurch mehr Fläche benötigen, erklärte Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW). Betriebe mit viel Vieh kämpften daher um jeden Hektar.

Auf den Markt und die unternehmerische Entscheidung verweist Anke Ross, Geschäftsführerin beim Kreisbauernverband. Doch sie sagt auch: „Vom Drauflegen kann keiner leben.“ zum tage/seite2

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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