Dynamit in der Stiftsruine - Stehende Ovationen für die Jazz-Legende John Scofield und die HR-Bigband beim East-Coast-Blow-Out

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Blow out in der Stiftsruine: Der Jazz-Gitarrist John Scofield und die HR-Bigband unter der Leitung von Jim McNeely begeisterten das Publikum in der Stiftsruine.

BAD HERSFELD. Es war ein besonderes Zusammentreffen. Die HR-Bigband unter der Leitung von Jim McNeely und John Scofield, einer der wichtigsten lebenden Jazz-Gitarristen, traten am Samstag in der sehr gut besuchten Stiftsruine auf. Zur Aufführung kam das Projekt „East Coast Blow Out“, das McNeely 1989 für die WDRBigband und das Scofield-Quartett komponiert hatte.

Drei der Musiker von der CD-Aufnahme waren auch im Konzert dabei: John Scofield (Gitarre), Adam Nussbaum (Schlagzeug) und Jim McNeely (Piano). An Stelle des Bassisten Mark Johnson spielte Jay Anderson. Gebrauchte Exemplare der vergriffenen CD „East Coast Blow Out“ werden heutzutage im Netz zu Höchstpreisen gehandelt.

„Seine Musik hat einen eigenen, ganz charakteristischen Klang und ist gleichzeitig von stilistischer Vielfalt"

Seit den beiden Konzerten im Kölner Stadtgarten wurde das Projekt nie mehr aufgeführt, obwohl sich genau das Jim McNeely immer gewünscht hat. Dieses Werk live zu hören, freute sicher nicht nur die Jazznostalgiker, sondern alle, die sich für gute Musik begeistern können. Gespielt von Weltklassemusikern und einer der besten Bigbands Europas mit beeindruckenden Solisten. Viele Konzertbesucher waren trotzdem vorrangig wegen John Scofield gekommen, der den Jazz seit den 70er Jahren geprägt hat.

Kritiker wie Fans schwärmen: „Seine Musik hat einen eigenen, ganz charakteristischen Klang und ist gleichzeitig von stilistischer Vielfalt geprägt. Dazu ist er ein meisterhafter Jazz-Improvisator, der sich mit großer Sicherheit und Spielfreude zwischen allen Stilen hin und her bewegt“.

Energiegeladener Vulkan

„East Coast Blow Out“ beschwört Dynamik, erinnert an einen Vulkan. Jim McNeely bestätigt das und ergänzt: „Wenn du eine richtig energiegeladene gute Zeit hast, dann ist es „a real blow out.“ „You really think“, „Skittish“, „Questions“ und „Infirmus“ sind die Titel der gespielten Stücke, bevor es zum großen Finale kommt. Das Finale vor der Pause. Die nutzte Intendant Holk Freytag, seine Begeisterung für Jazzmusik mit dem Publikum zu teilen. „Festspiele und Jazz sollen Partner werden“, wagt er einen Blick in die Zukunft, bevor er das diesjährige Festspielprogramm vorstellte.

Publikum mitgerissen

Im abendfüllenden Konzert ging es in Teil zwei weiter mit Musik von John Scofield, die Jim McNeely gemeinsam mit ihm ausgesucht und arrangiert hat. Dazu gehörten neue Stücke wie „Donna“, „Peculiar“ oder „I want to talk about you“, allesamt geradeaus swingende Jazz-Stücke. Ein einmaliges Konzerterlebnis, bei dem sich das Publikum gern mitreißen ließ. Mit stehenden Ovationen wurden das Scofield-Quartett und die hr-Bigband mit ihrem Leiter Jim McNeely gefeiert.

Fotostrecke

John Scofield gemeinsam mit der hr-Bigband in der Stiftsruine

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