Ab Dienstag werden rund 13 800 Personen aus 4100 Haushalten im Landkreis befragt

Startschuss für den Zensus

Startklar: Im Keller des Landratsamtes stehen die gepackten Kisten zur Abholung bereit. Erhebungsstellenleiter Martin Glöckner und seine beiden Stellvertreterinnen Daniela Schuch (Mitte) und Sabrina Käberich koordinieren die Volkszählung. Foto:  Shuhaiber

Bad Hersfeld. Im Keller des Landratsamtes stapeln sich Kisten, prallgefüllt mit Fragebögen. Die Interviewer stehen bereits in den Startlöchern für die größte europaweite Volkszählung seit 25 Jahren. Ab Dienstag, 10. Mai, werden 13 800 Personen aus rund 4100 Haushalten befragt. Mit Hilfe des statistischen Zufallsprinzips wurden die Befragten ausgewählt, die einen repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung abbilden sollen. In Bad Hersfeld werden 4200 Bürger aus 980 Haushalten und in Rotenburg 1046 Haushalte mit 3147 Personen befragt. Hinzu kommen 1430 Personen in 42 Sondereinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen.

Bis zum 2. August fahren 140 Interviewer durch den Landkreis, um die Fragebögen persönlich zu übergeben. Die ersten Ankündigungskarten mit dem voraussichtlichen Befragungstermin wurden bereits zugestellt. Für die individuelle Terminabsprache ist eine Telefonnummer angegeben. Jeder Interviewer führt ein amtliches Dokument mit, das nur in Verbindung mit dem Personalausweis gilt. „Mit dem Dokument belegen die Interviewer, dass sie eine berechtigte Amtsperson sind“, erklärt der Pressesprecher des Landratsamts, Michael Adam. Eine gesunde Skepsis sei gut, da es Trittbrettfahrer gebe, die den Zensus nutzen könnten, um sich Zutritt zur Wohnung oder sensiblen Daten zu verschaffen, sagt Adam.

Auskunftspflicht besteht

Die angeschriebenen Personen sind auskunftspflichtig, können aber frei entscheiden, ob sie die Fragen einem Interviewer persönlich beantworten wollen oder die Antworten per Post zurücksenden. Der Fragebogen kann auch über das Internet ausgefüllt werden. Die Auskunftspflichtigen müssen 46 Fragen zur Herkunft, Schulbildung, Religion und Beruf beantworten. Ausgewählte können sich nicht der Befragung entziehen. Das Landratsamt ist verpflichtet, die Daten notfalls einzutreiben. Wer sich weigert, muss ein Zwangsgeld in Höhe von 300 Euro bis 500 Euro zahlen. Totalverweigerern droht sogar die Beugehaft.

Angst vor Datenmissbrauch brauchen die Befragten laut Glöckner nicht zu haben. Der Datenschutz werde groß geschrieben: „Die Ergebnisse werden nicht an andere Behörden weitergegeben.“ Nach Abschluss der Befragung werden die Antworten an das Statistische Landesamt nach Wiesbaden zur Auswertung übergeben. Bis Mai 2012 soll der Zensus 2011 abgeschlossen sein.

Von Alia Shuhaiber

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