Lustige und spannende Eröffnung der 15. Osthessischen Jugendbuchwoche in Bad Hersfeld

Der Start in eine gesunde Sucht

Mehr als nur Vorlesen: Thomas Johannes Hauck sorgte für laute Lacher im Publikum – auch wegen der schauspielerischen Elemente und der vielen Grimassen. Fotos: Bernert

Bad Hersfeld. Lesen ist eine Sucht – aber es ist eine Sucht, die fördert und nicht schadet. In diesem Punkt ist sich das Planungsteam der 15. Osthessischen Jugendbuchwoche einig. „Deswegen sollen in den kommenden Tagen auch keine Autorenlesungen für die Schüler stattfinden, sondern Autorenbegegnungen“, betont Bernhard Kramp in seiner Ansprache. Kramp gehört wie Johannes Angert als Vertreter des Friedrich-Bödecker-Kreises ebenso zum Planungsteam wie Carmen Schütrumpf von der Gesamtschule Geistal.

Das Trio gewann die acht Autoren Wolfgang Bitter, Bettina Göschl, Thomas Johannes Hauck, Andreas Kirchgäßner, Renate Schoof, Fredrick Vahle, Dirk Walbrecker und Klaus-Peter Wolf für die 15. Auflage der Jugendbuchwoche. In 22 Schulen werden die Schreiber insgesamt 50 Lesungen halten – und dabei über 4000 Schüler erreichen. Doch damit endet für Kinder und Jugendlichen der Spaß am Lesen hoffentlich noch nicht. Die Schulen bekommen für ihre Bibliotheken Bücherkisten geschenkt – so hat der Nachwuchs die Möglichkeit, immer wieder in den Werken der Autoren zu schmökern.

Bevor die Zuschauer aber in den Genuss von acht kurzen Auftritten der Autoren kamen, eröffneten Carmen Schütrumpf und Harald Tauber den Abend. Tauber betonte dabei, dass er Mathematik- und Biologielehrer sei, „trotzdem darf ich die Begrüßung machen“, ergänzte er mit einem Lächeln. Schließlich gehört das Lesen in allen Fächern dazu – mal mehr, mal weniger.

Anschließend nahmen die Schüler der neunten Klasse das sprichwörtliche Heft in die Hand. Neben dem Erstellen von Informationstafeln über die Autoren, das Dekorieren der Aula sowie den Verkauf von Getränken und Snacks moderierten, sangen und schauspielerten die Jugendlichen.

Der Abend blieb kurzweilig: Jeder der acht Autoren durfte für sieben Minuten auf die Bühne. Ein enger Zeitrahmen der fast immer eingehalten wurde. So erfreuten sich die Besucher an der Schauspielerei und den vielen Grimassen des Thomas Johannes Hauck, an den Liedern von Bettina Göschl und an der lebhaften Vorlesung von Klaus-Peter Wolf. Nach dem Ende der Veranstaltung stimmten die Protagonisten mit Fredrick Vahle an der Gitarre noch ein stimmungsvolles Lied an.

Den lautesten und längsten Applaus gab es aber für die Schülerin Esra Öztürk. Die Schülerin aus der 9. Klasse trug ein selbstgeschriebenes, zwei Seiten langes Gedicht vor. Esras Werk, das unter anderem von Toleranz und einem friedlichen Umgang handelt, war ergreifend, berührte die Zuschauer. Es herrschte gebannte Stille – ehe sich die Spannung in einem überschwänglichen Beifall entlud.

Von Reemt Bernert

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