Raiffeisenbank Haunetal will Fusion mit Hünfeld

Starke Partner für schwere Zeiten

Haunetal. Fröhliche Gesichter sehen anders aus: Heinrich Heimroth, Vorstand der Raiffeisenbank Haunetal empfindet die angestrebte Fusion mit der VR-Bank Nordrhön in Hünfeld auch ein wenig als eine persönliche Niederlage. Seit 42 Jahren arbeitet der Neukirchener für seine Bank, doch in einer globalisierten Welt haben es kleine Kreditinstitute schwer. Deshalb muss sein Kreditinstitut nun die Eigenständigkeit aufgeben.

„Es wird immer schwieriger, auskömmliche Renditen zu erzielen“, sagte Heimroth. Dabei sei seine Bank kerngesund. Allerdings belaste der demografische Wandel, ebenso wie die Niedrigzinspolitik und der politische Dirigismus im Bankensektor alle kleinen Banken. Überall gebe es den Trend zu größeren Einheiten, deshalb habe man auch im Haunetal nach einem leistungsstarken Partner gesucht und ihn in Hünfeld gefunden.

„Mit diesen Zinsen können wir keinen Krieg mehr gewinnen, die Renditen sind im Keller“, stellte auch sein Vorstandskollege Tim Schnabel fest. „In der Bankenwelt von heute, sind wir längst ein Tante-Emma-Laden“, sagt er bitter. Für eine kleine Bank gebe es kaum Einsparmöglichkeiten, die nicht zu Lasten der Kunden gehen. Deshalb hätten sich Aufsichtsrat und Vorstand nach eingehender Prüfung für eine Fusion mit Hünfeld ausgesprochen.

Hauptargument sei dabei die höhere Bilanzsumme von rund 780 Millionen Euro der VR-Bank Nordrhön gegenüber nur 560 Millionen Euro der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg gewesen, mit der ebenfalls über eine Fusion gesprochen wurde. Zudem habe die Hersfelder-VR-Bank die Absicht, in Richtung Werra-Meißner zu expandieren. „Wir tendieren im Haunetal aber eher in Richtung Fulda“, erklärte Schnabel.

Bedauern in Bad Hersfeld

Bei der VR-Bank in Bad Hersfeld reagiert man irritiert und mit Bedauern auf die Fusionsabsichten der Haunetaler zumal es nach einem ersten oberflächlichen Sondierungsgespräch keine weiteren Konsultationen gegeben habe, sagte Vorstandschef Thomas Balk der Hersfelder Zeitung.

Auch auf politischer Ebene gibt es nach HZ-Informationen im Haunetal Widerstand gegen die Fusionspläne mit Hünfeld, weil sich viele Bürger dort lieber nach Bad Hersfeld als nach Fulda orientieren.

Das letzte Wort über die Fusion haben aber Ende Juni die rund 2300 Mitglieder der Bank, die mit Zwei-Drittel-Mehrheit für die Verschmelzung votieren müssen.

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