Bad Hersfelds Bürgermeister appelliert an Justizminister, zumindest Teilbereiche zu erhalten

Standortnachteil durch Gerichtsschließung

Bad Hersfeld. Gegen die geplante Schließung des Arbeitsgerichts in Bad Hersfeld und dessen Angliederung an das Fuldaer Arbeitsgericht hat sich Bürgermeister Thomas Fehling nach der Anhörung im Rechtsausschuss des Hessischen Landtages ausgesprochen. „Die Zusammenlegung des Arbeitsgerichts mit dem Standort Fulda soll dem Land Mehrkosten einsparen, aber andererseits werden dadurch nicht unerhebliche Mehrkosten für die hiesigen Bürger und Unternehmen entstehen“, erklärte Fehling in einer Pressemitteilung.

Rein rechnerisch könne man in der Stadt sowie im Kreis Hersfeld-Rotenburg von Vollbeschäftigung sprechen, schreibt Fehling. Alleine der Versandriese „Amazon“ habe 4500 freie Stellen zu besetzen; hinzu kämen weitere zahlreiche Stellenangebote beim Großteil der örtlichen Unternehmen. Dieses Überangebot an freien Stellen könne zu einer steigenden Zahl neuer Verfahren führen, argumentiert Fehling.

„Die Gerichtsverhandlungen werden zukünftig mit erheblich längeren Anfahrtswegen verbunden sein, die alle Betroffenen mehr Zeit und vor allem Geld kosten“, so Fehling weiter. Die Unternehmen in Bad Hersfeld hätten damit einen deutlichen Standortnachteil gegenüber den Städten Kassel und Fulda.

Der Bürgermeister appelliert daher an Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn, wenigstens Teilbereiche wie beispielsweise die Antragsannahme und eine Erstbearbeitung in Bad Hersfeld zu erhalten, das heißt am Standort Bad Hersfeld eine Außenkammer des Fuldaer Arbeitsgerichts einzurichten. (red/ks)

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