HZ-Interview mit TROX-Chef Lutz Reuter und Geschäftsführer Udo Jung

Den Standort ausbauen

Ventilatoren für die Lüftung und Entrauchung in Flughäfen, Tiefgaragen und Industriegebäuden werden im sogenannten Serienwerk der TLT in Bad Hersfeld produziert. Dieser Firmenteil ist jetzt als TROX TLT GmbH eine Tochtergesellschaft der weltweit tätigen TROX GmbH. Lutz Reuter, Vorsitzender der TROX-Geschäftsführung (rechts), war jetzt zum Antrittsbesuch in Bad Hersfeld beim neuen TROX TLT-Geschäftsführer Udo Jung. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Aus dem Geschäftsbereich Gebäudeventilatoren der TLT-Turbo GmbH in Bad Hersfeld wurde am 1. Oktober die TROX TLT GmbH. 170 Mitarbeiter wechselten dadurch vom bisherigen Arbeitgeber Siemens in eine neue Tochtergesellschaft der in Neukirchen-Vluyn (Nordrhein-Westfalen) ansässigen TROX GmbH. Jetzt war der Vorsitzende der TROX-Geschäftsführung, Lutz Reuter, zum Antrittsbesuch in Bad Hersfeld. Mit ihm und dem neuen TROX TLT-Geschäftsführer Udo Jung sprach HZ-Redakteur Karl Schönholtz.

Herr Reuter, warum hat TROX nur einen Teil von TLT übernommen und nicht die gesamte Firma?

Lutz Reuter: Weil in unserem Geschäft nur der Bereich Gebäudeventilatoren von Relevanz ist. Mit Kraftwerksbau beschäftigen wir uns aus den bekannten Risikogründen überhaupt nicht mehr. Für die Gebäudeventilatoren aus Bad Hersfeld haben wir uns dagegen schon immer interessiert.

Das klingt so, als hätte die Übernahme dieses Bereichs schon eine Vorgeschichte. Sind Sie schon länger im Gespräch gewesen?

Lutz Reuter: Ich kenne Herrn Jung schon 18 Jahre, da haben wir den ersten Kontakt gehabt und erste Vertriebsthemen besprochen. Vor sechs oder sieben Jahren haben wir erste Ideen gehabt, dass es Sinn machen würde, irgendwie zusammen zu kommen. Damals wäre das aber nur im Gesamtkontext möglich gewesen, aber nicht die Herauslösung. Jetzt ist es Herr Jung gemeinsam mit TLT-Geschäftsführer Hartmut Brandau angegangen, und das hat dann letztendlich zu dieser Transaktion geführt.

Herr Jung, wie ist das, wenn von einem Tag auf den anderen die Firma geteilt wird. Geht so etwas überhaupt ohne Probleme?

Udo Jung: Ohne Probleme auf jeden Fall nicht. Denn zum einen lösen wir die Firma ja aus der TLT heraus und zum anderen gleichzeitig aus der Siemens AG. Denn wir haben ja einen TLT-Bereich, der in Bad Hersfeld und bei Siemens bleibt, das sind die Industrieventilatoren. Die sind jetzt in die Hohe Luft gezogen.

Wie vermitteln Sie ihren Kunden, dass es in Bad Hersfeld jetzt zweimal TLT gibt?

Udo Jung: Für die Kunden ist das gar kein Problem, eher eines für die Öffentlichkeit. Der Kundenkreis für die Industrieventilatoren ist ein anderer als der, den wir für die Gebäudeventilatoren haben. Deswegen haben wir uns ja auch getrennt.

Herr Reuter, was dürfen die TROX TLT-Mitarbeiter von ihrem neuen Arbeitgeber erwarten und was nicht?

Lutz Reuter: Sie dürfen von ihrem Arbeitgeber erwarten, dass es ein Unternehmen ist, das im selben Markt tätig ist und dass es auf Wachstum ausgerichtet ist. TROX ist ein Unternehmen, das investiert, sowohl in Menschen als auch in die Produktion. Sie dürfen erwarten, dass ihr Standort hier nicht nur gefestigt, sondern weiter ausgebaut wird. Ich erwarte von unseren neuen Mitarbeitern, dass sie mit Engagement und persönlichem Einsatz dieses auch aktiv mitgestalten.

Herr Jung, Sie waren bisher Geschäftsbereichsleiter und sind jetzt Geschäftsführer. Spüren Sie da eine andere Verantwortung?

Udo Jung: Nein. Die Verantwortung haben wir auch schon vorher gespürt. Unser oberstes Ziel ist, dass wir die Arbeitsplätze erhalten und uns weiter entwickeln können. Das war in den vergangenen Jahren sehr, sehr schwierig. Aber wir haben auch dabei nie zuerst nach der eigenen Karriere geguckt, sondern immer zuerst nach dem Unternehmen. Und daran hat sich jetzt nichts geändert. In der neuen Firma wollen wir wieder erfolgreich sein und an alte Zeiten anknüpfen. zur person

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