Samstagsporträt: Alexander Reitz ist neuer Leiter des Kirchenkreisamtes

Standhafter Familienfan

Ein Familenmensch: Schaut Alexander Reitz in seinem Büro über den Rand seines PC-Bildschirms, sieht er die Bilder seiner Familie vor sich, die er liebevoll an die Wand gepinnt hat. In der Hand hält er auf unserem Foto die modern gestaltete Jahreslosung. „Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Kirche moderner und lebendiger werden kann, ohne ihre Grundlagen zu verlassen“, findet Reitz. Foto: Dupont

Hersfeld-Rotenburg. Wenn es Abend wird, trifft sich Familie Reitz im Bad. Dann werden gemeinsam die Zähne geputzt. Beim großen Schrubben dabei sind: Papa Alexander, der neue Leiter des Kirchenkreisamtes in Bad Hersfeld, seine Frau Nina, das vierjährige Töchterchen Emely und ihre kleinen Geschwister Elias und Fynn.

Wenn Alexander Reitz nicht gerade arbeitet, dann gehört sein Leben der Familie. „Solche Rituale sind wichtig und einfach schön“, erzählt der Eschweger. Zu diesen Ritualen gehört auch die Gute-Nacht-Geschichte. „Dass wir unseren Kindern Zeit schenken, ist das Wichtigste, was sie brauchen“, sagt der 32-Jährige. „Wir genießen es auch.“

Heute mehr Konflikte

Mit ganzem Herzen ist Alexander Reitz aber auch dabei, wenn es um seinen Job geht. Er ist seit 1. Januar Leiter des Kirchenkreisamtes in Bad Hersfeld und Nachfolger von Armin Fuhrmann. Das Amt betreut die Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg.

Der Wind ist rauher geworden, auch in der Kirche. Bang ist Reitz aber nicht vor seiner Aufgabe. „Es gibt heute mehr Konfliktpotenzial in der Kirche als vor zehn Jahren“, weiß der Verwaltungswirt. „Uns steht weniger Geld zur Verfügung, da wird natürlich um die Verteilung gerungen.“ Wenn das nicht so wäre, wäre es auch ein schlechtes Zeichen, findet Reitz. „Es ist wichtig, in einem Konflikt auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen“, sagt er. „In schwierigen Situationen muss der Leiter eines Kirchenkreisamtes aber auch standhaft bleiben können.“ Wichtig sei es, offen die Lage zu erklären. Am Ende werde man aber nie alle überzeugen können.

Auch wenn es manchmal hitzige Diskussionen geben wird, Reitz freut sich auf die Begegnungen mit den Menschen in den Gemeinden.

Wenn der Hammer fliegt

Grundlage seines Lebens ist der christliche Glaube. Trotzdem war es Zufall, dass er beruflich bei der Kirche gelandet ist. Beworben hatte er sich nach dem Studium auch beim Finanzamt und Landkreisen.

Hat der junge, dynamische, entscheidungsfreudige, humorvolle Mann auch Schwächen? „In Seminaren lernt man, dass es keine Schwächen gibt, nur Lernfelder“, sagt er und lacht. Dabei ist sein größtes Lernfeld vielleicht die Ungeduld. „Wenn ich ein Bett aufbaue und es klappt nicht so, wie ich es mir vorstelle, kann es schon mal sein, dass der Hammer in die Ecke fliegt“, erzählt der 32-Jährige, zu dessen Tugenden die Ehrlichkeit gehört. Schnell kribbelig wird der Eschweger auch, wenn er mal zu lange an einer Kasse warten muss.

Männer-Runde

Neben seiner Familie hängt sein Herz auch am Fußball, genauer an Borussia Dortmund. Dieses Hobby wollen oder können seine Frau und seine Kinder nicht mit ihm teilen. Aber dafür gibt es ja Brüder und Väter. Gemeinsam hocken die drei Reitz-Männer vor dem Fernseher, wenn ein Dortmund-Spiel übertragen wird. Sein Vater hatte ihn schon als Steppke mit zu den Dortmund-Spielen genommen. Seitdem ist er dem Verein treu.

Vielleicht kann der 32-Jährige ja auch Emely, Elias und Fynn, wenn sie größer sind, für den Fußball begeistern. Dann werden abends im Bad der Familie Reitz nicht nur die Zähne geschrubbt, sondern es wird auch über Fußball philosophiert.

Von René Dupont

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