Siedler auf der Hohen Luft feierten 75. Jubiläum mit vielen Ehrengästen

Stärke durch Gemeinschaft

Ehren für verdiente Siedler: Hans Dieter Heine (links), Reinhold Apel (3. von links) und Vorsitzender Uwe Reinhardt (2. von rechts) zeichneten verdiente Siedlerinnen und Siedler mit der Ehrennadel in Silber und Gold aus. Foto:  Zacharias

Bad Hersfeld. Es war ein sozialer Gedanke, der vor 75 Jahren hinter der Gründung der Siedlergemeinschaft Hohe Luft stand. Die Textilunternehmer Braun und Rechberg hatten das Gelände An der Warth unterhalb des Petersberges erworben und günstig an ihre Mitarbeiter weitergegeben, um denen zu ermöglichen, dort eigenen Wohnraum mit Garten drum herum zu schaffen.

Schlüsselfertig bauen war damals ein Fremdwort und zudem für die Siedler unbezahlbar. Also entwickelte sich parallel zum Bau der neuen Siedlung auch die Siedlergemeinschaft, in der vor allem der Gedanke der gegenseitigen Hilfe im Vordergrund stand. Selbst die Schachtarbeiten haben die Siedler damals selbst erledigt.

Am Wochenende feiert die Siedlergemeinschaft Hohe Luft ihr 75-jähriges Bestehen mit zahlreichen Ehrengästen.

Die Siedlergemeinschaft habe den Stadtteil Hohe Luft maßgebend mitgestaltet und geprägt, der heute ein sehr lebendiger Stadtteil mit eigener Kultur und Identität sei, stellte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt fest. Er lobte die starke Gemeinschaft, sie sich nun den veränderten Bedingungen anpassen müsse.

Bürgermeister Hartmut H. Boehmer, der zu seinem letzten öffentlichen Auftritt auf die Hohe Luft gekommen war, erinnerte, wie auch Ortsvorsteher Herbert Brehler, daran, dass das Leben im Stadtteil nicht immer leicht gewesen sei. Vor allem durch die benachbarte amerikanische Armee habe es immer wieder Probleme gegeben, zum Beispiel, wenn die Soldaten um kurz nach 5 Uhr morgens laut singend durch die Straßen joggten und dabei auf die Autos klopften. Boehmer wies auf die bereits erfolgten Verbesserungen hin und versprach, die Stadt werde die Hohe Luft nicht im Stich lassen.

Die Werte der Gemeinschaft, die gegenseitige Hilfe und Solidarität hob Hans Dieter Heine, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Wohneigentum in Hessen, hervor. Er versrprach, der Verband werde Zukunftsstrukturen erarbeiten, die den Siedlergemeinschaften, die alle unter Mitgliederschwund litten, Unterstützung sein könnten.

Die Tatkraft der ersten Siedler, die unbewohntes Land urbar machten, hob der Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke (SPD) hervor.

Für den musikalischen Rahmen sorgte der Gesangverein Harmonie Hohe Luft.

Von Christine Zacharias

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