Bad Hersfeld richtet Tag der Hessischen Denkmalpflege aus – Exkursionen angeboten

Städte lebendig halten

Referierten über Stadtplanung und Denkmalschutz (von links): Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen, Johannes van Horrick, Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Bad Hersfeld sowie Ansgar Brockmann, Bezirksdenkmalpfleger des Landesamts . Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Zwei Tage lang steht Bad Hersfeld im Zentrum des hessischen Denkmalschutzes. Bereits die Eröffnung des Tages der Hessischen Denkmalpflege lockte gestern 180 Teilnehmer in die Stadthalle der Kurstadt. Fachvorträge boten nicht nur dem Fachpublikum Gelegenheit, sich zum Thema „Stadtplanung und Denkmalschutz – Innenentwicklung in historischen Städten“ zu informieren.

„Die Entwicklung der Innenstädte ist ein zentrales Thema im kommunalpolitischen Raum, zu dem die Denkmalpflege einen wesentlichen Beitrag leistet“, erklärt Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen.

Die Stadt Bad Hersfeld biete dem Forum, das seit dem Jahr 1974 an wechselnden Orten zu aktuellen denkmalpflegerischen Fragestellungen stattfindet, den idealen Rahmen, betont Weiß. Das Thema sei bewusst offen gewählt. „Die Vorträge stellen zunächst alle Ebenen der behutsamen Innenentwicklung von historischen Städten dar – zuerst die Bestandsanalyse, dann die Erarbeitung eines Konzepts und schließlich dessen Umsetzung“, sagt der Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege. Dazu werden Beispiele aus Bad Hersfeld und anderen hessischen Städten, wie Homberg/Efze und Babenhausen, präsentiert.

Um eine Stadt mittlerer Größe attraktiv und lebendig zu halten, sei viel Arbeit und Engagement nötig, betont Johannes van Horrick von der Unteren Denkmal schutzbehörde der Stadt Bad Hersfeld. „Die Leute zieht es verstärkt in die Innenstädte. Allein im vergangenen Jahr wurden in Bad Hersfeld 110 Eigentumswohnungen verkauft“, sagt van Horrick. Auch Senioren würden von der hervorragenden Infrastruktur angezogen. „Die Kunst ist, die Interessen von Stadtplanung einerseits und dem Denkmalschutz andererseits im Lot zu halten.“ Als besonders gelungen bezeichnete er hier das Projekt am Frauentor: Durch die geplante Wohnanlage würden qualitativ hochwertige Wohnräume geschaffen.

„Auch Denkmalpfleger wollen keine Musealisierung“, bestätigt Ansgar Brockmann, Bezirksdenkmalpfleger des Landesamts Hessen. „Im Gegenteil: Die Städte und Kulturdenkmäler bleiben erst durch eine sinnvolle Nutzung lebendig.“

Exkursion: Noch Plätze frei

Als Ergänzung des theoretischen Programms hat Brockmann daher drei geführte Exkursionen organisiert. Kurzentschlossene können sich heute an einer Fahrt nach Rotenburg an der Fulda beteiligen. Abfahrt ist um 9.30 Uhr an der Hersfelder Stadtbibliothek. Um eine Anmeldung bei Andrea Schneider, Telefon 0151/54408754, wird gebeten.

Von Emily Spanel

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